mardi 23 mars 2010

EINFÜHRUNG

Jemand kommt aus einem langen Urlaub nach Hause und findet sein Haus wohl geordnet und wunderbar vor. Es ist neu möbliert und mit allen nur erdenklichen Details ausgestattet, so dass keine Wünsche offen bleiben. Jeder Mensch, dem so etwas widerfahren würde, würde erstaunt und beeindruckt reagieren. Dann würde er sich fragen, wem er diese Überraschung zu verdanken hätte. Sicherlich würde er im Angesicht solch einer Überraschung nicht unbeeindruckt bleiben. Er würde wohl kaum sagen „wie auch immer das passiert sein mag, das geht mich nichts an.“ Er würde nicht denken, dass alles aus Zufall entstanden ist, die Gegenstände ganz von selber ins Haus spaziert sind und sich von selber angeordnet haben. Denn für all das bedarf es eines bestimmten Verstandes, Bewusstseins und Macht. Daher ist es offensichtlich, dass jemand existieren muss, der alles durchdacht und bewusst angeordnet hat.
Unser Beispiel lässt sich auf das gesamte Universum, unsere Erde und alles was existiert, egal ob belebt oder unbelebt, übertragen. Das Universum ist ein höchst komplexes Systemen und vom menschlichen Körper bis zum Himmel, von der Luft bis zum Meeresgrund stehen alle Existenzen und Ereignisse in einem empfindlichen Gleichgewicht. Jeder mit Verstand gesegnete Mensch wird erkennen, dass diese komplexen Systeme und das empfindliche Gleichgewicht das Werk einer erhabenen Macht und Verstandes sind, dass Gott all dieses erschaffen hat.
Alles was ein Mensch mit Bewusstsein in seiner Umgebung wahrnimmt, wird er als einen der unzähligen Beweise betrachten, durch die er Gott erkennt. Die bunten Blumen, die aus der schlammigen Erde sprießen und freundlich duften, das köstliche Obst und Gemüse, die Sinnesorgane, dank derer wir dies wahrnehmen können, der menschliche Körper, in dessen inneren komplexe Systeme perfekt und in Harmonie zueinander arbeiten, die Sonne, die unsere Erde erwärmt und dabei genau die richtige Entfernung und die richtige Größe hat, der Regen, der die trockene Erde belebt und all die unzähligen weiteren Beispiele sind weitere Beweise…
Jedes einzelne davon ist für sich genommen ein „Gottesbeweis.“ Also als Wunder erschaffene Tatsachen, welche den Menschen näher hin zum Glauben führen und den Glauben stärken. Durch Reflexion über diese Beweise kann jedes gewissenhafte Wesen die Existenz und Größe Gottes erkennen und glauben. Dank der Gottesbeweise fühlt sich der Gläubige Gott näher und der Glaube, die Liebe und die Angst, die er Ihm gegenüber empfindet werden gestärkt.
Doch die meisten Menschen bemerken aufgrund der materiellen Suggestionen, denen sie von Kindesbeinen an ausgesetzt sind, die Gottesbeweise nicht mehr oder nehmen sie nur schwer wahr. Die materialistischen Suggestionen besagen, dass alles durch Zufall, natürliche Bedingungen und Glück entstanden sei und verhindern so, dass der Mensch die Wunder, die überall und offensichtlich zu sehen sind, bemerkt. Diese Tatsache wird quasi verschleiert. Die meisten Menschen sagen bei der Betrachtung der Gottesbeweise „wie schön“ statt „wie herrlich hat Gott dies erschaffen“, verhalten sich also sorglos. Das Ziel dieses Buches ist es, den Vorhang, der den Blick des Menschen verschleiert, aufzuziehen. Daher wurden die Wunder, die überall im Universum zu beobachten sind, erforscht damit sie mitsamt ihrer Bedeutung an die Menschheit weitergegeben werden. Gleichzeitig bietet dieses Buch Einblick in die Sichtweise einiger Islamgelehrter in Bezug auf Gottesbeweise und einige Beispiele. Außerdem werden wir erfahren, wie die Glaubensbeweise eine sinnvolle Lösung darstellen, wenn am Tag des Jüngsten Gerichts Atheisten und Ungläubige sowie die eitle Lehre der Evolutionstheorie verdammt werden.



KAPITEL 1:

GOTTESBEWEISE IM QURAN


Das Thema der „Gottesbeweise“ oder „Tatsachen des Glaubens“ soll die Menschen zum Glauben lenken und umfasst alle Tatsachen, Informationen und Beweise über die Fähigkeiten, Wissenschaft und Kunst Gottes, die Seine Existenz und Einheit beweisen. Den Begriff „Gottesbeweise" kann man zusammenfassen als „Wahrheiten, die zum Glauben führen, zum Glauben veranlassen und gleichzeitig den Glauben stärken, erweitern und konkretisieren".
Die Menschen können Gott in Person nicht sehen. Doch sie können Seine Existenz, Seine Macht und einige Seiner Eigenschaften erkennen, indem sie Seine Schöpfung betrachten. So wie man an jedem Bild seinen Maler erkennt, weist uns jede beseelte oder unbeseelte Existenz auf Gott, seinen Schöpfer hin. Der Mensch muss darüber nachdenken und die Beweise der Schöpfung bezeugen. Denn Gott hat im Quran die verschiedensten Lebewesen, wie das Kamel, die Mücke, die Biene oder die Spinne, die Pflanzen, Bäume, Berge, Orte und Himmel als einzelne Gottesbeweise, also als Beispiele für die Wunder der Schöpfung, aufgezeigt. Einige Beispiele für Quranverse, die die Aufmerksamkeit auf die Gottesbeweise lenken:

Betrachten sie denn nicht die Kamelen, wie sie erschaffen wurden, und den Himmel, wie er erhöht worden ist,und die Bergen, wie sie aufgerichtet worden sind, und die Erde, wie sie ausgebreitet wurde? (Sure al-Ghadschiya, 17-20)

Siehe, Gott scheut sich nicht, ein Gleichnis mit einer Mücke zu machen oder von etwas noch geringerem; denn die Gläubigen wissen, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Die Ungläubigen aber sprechen: "Was will Gott mit diesem Gleichnis?" Viele führt Er hierdurch irre, und viele leitet Er hierdurch recht; doch irre führt Er nur die Frevler. (Sure al-Baqara, 26)

Und dein Herr lehrte die Biene: "Baue dir Wohnungen in den Bergen, in den Bäumen und in dem, was sie (dafür) erbauen. Dann iss von allen Früchten und ziehe leichthin auf den Wegen deines Herrn." Aus ihren Leibern kommt ein Trank von unterschiedlicher Farbe, der eine Arznei für die Menschen ist. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Menschen, die nachdenken. (Sure an-Nahl, 68-69)

Er ist es, Der die Sonne zu einer Leuchte und den Mond zu einem Licht gemacht und ihm Stationen zugewiesen hat, damit ihr die Anzahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit) kennt. Und Gott hat all dies ganz und gar in Wahrheit erschaffen. Er macht die Zeichen für ein verständiges Volk klar. Im Wechsel der Nacht und des Tages und in allem, was Gott in den Himmeln und auf der Erde erschaffen hat, sind wahrlich Zeichen für gottesfürchtige Leute. (Sure Yunus, 5-6)

Die in den Quranversen hervorgehobenen Gottesbeweise sind wichtige Gründe für jeden Menschen, der gewissenhaft darüber nachdenkt, die Existenz Gottes zu erkennen und sich Ihm anzunähern.
Doch natürlich sind die Gottesbeweise nicht auf diese Verse des Quran beschränkt. Alles was wir in unserer Umgebung sehen – oder auch nicht sehen – birgt für einen Menschen der mit Verstand und Wissen seine Umwelt betrachtet, einen Gottesbeweis. Die Ameise im Garten, die Blume auf dem Tisch, die Katze, der Hund oder der Vogel im Haus und auf der Straße, unser Körper, die Ordnung des Himmels und der Erde, der Regen, die Atmosphäre, die uns umgibt und uns vor den schädlichen Strahlen aus dem All beschützt und vieles weitere dient für einen Menschen, der Gott erkennen möchte, als Beweis für Seine Existenz. Ein riesiger Stern kann ebenso ein Glaubensbeweis sein, wie auch irgendein Körperorgan zum Glauben führen kann.
Für einen gläubigen Muslim ist es eine große Verantwortung, alles was er sein Leben über sieht oder hört, als Beweis für Gott zu erkennen und darüber nachzudenken. Jeder gewissenhafte Mensch ist sich dessen bewusst. Doch die Abermillionen Kreaturen, die Gott erschaffen hat und die den Himmel und die Erde bevölkern, können dies nicht bedenken und leben in Sorglosigkeit, weil sie keine Rechenschaft über ihr Verhalten abgeben können.

Der Quran lenkt die Aufmerksamkeit auf
die Bedeutung der Gottesbeweise
Der Quran sagt deutlich, dass der Zweck des Menschen, der von Gott erschaffen wurde, darin liegt, Ihn anzubeten und zu verehren. Dafür erwartet ihn nach dem Tod das ewige Leben. Außerdem ist der Mensch dazu aufgerufen, anhand der „Beweise“, die Zeugnis über die Wahrheit abgeben, intensiv zu reflexieren. Im Quran werden Ereignisse und Wahrheiten, die eindeutig die Existenz und Einheit Gottes bestätigen, als „Gottesbeweise“ bezeichnet. So wie die Gottesweise im Quran niedergeschrieben sind, gibt es sie auch in der Außenwelt sowie im Inneren eines jeden Menschen. Diese Wahrheit wird im Quran mit den Worten „Auf der Erde sind fürwahr Zeichen für die im Glauben Festen. Und auch in euch selber Und auch in euch selber - seht ihr (sie) denn nicht?” (Sure adh-Dhariyat, 20-21) beschrieben. Dieselbe Wahrheit wird in anderen Versen folgendermaßen ausgedrückt:

Wir werden ihnen Unsere Zeichen überall auf Erden und in ihnen selbst zeigen, bis ihnen deutlich wird, dass dies die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge aller Dinge ist? (Sure Fussilat, 53)

In den Himmeln und auf der Erde gibt es fürwahr Beweise für die Gläubigen. (Sure al-Dschathiya, 3)

Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und aller Lebewesen, die Er in beiden verteilt hat… (Sure asch-Schura, 29)

Es zeigt sich also, dass die Beweise für Gottes Existenz und endlose Macht nicht nur im Quran, sondern überall deutlich sichtbar sind. Ein Vogel, der an der Scheibe nistet, eine Blume im Garten oder auch ein Stern am Himmel: Alles, was wir irgendwann in unserem Leben erblicken sind „Nachrichten“, die der Allmächtige uns sendet, damit wir sie "lesen". Daher gleicht alles, was wir betrachten, einschließlich einer Blume, einem Brief. Denjenigen, die es verstehen diesen zu lesen, sendet unser Schöpfer darin eine Nachricht.
Gleichzeitig haben einige Gottesbeweise die Funktion, den Menschen den Anspruch des Quran zu belegen. Denn viele der vor 1400 Jahren beschriebenen Glaubensbeweise, wie die Entwicklung des Universums aus dem Nichts, wie sich Himmel und Erde voneinander entfernten, die Umlaufbahn der Himmelskörper, dass die Erde rund ist, dass der Himmel die Funktion einer Schutzschicht hat, die Schichten der Atmosphäre, die Entstehung des Regens, der Wind und wie sich die Meere vermischen, konnten erst im vergangenen Jahrhundert dank der Wissenschaft Schritt für Schritt gelöst werden. Die Tatsache, dass keine der Wahrheiten, die im Quran geoffenbart wurden, zu dieser Zeit dem Menschen bekannt waren, stellt einen weiteren Beweis dar, dass es sich beim Quran um das Wort Gottes handelt.

Um den Gottesglauben zu vertiefen:
Nachdenken und Wissen erwerben…
Ein gewissenhafter Mensch weiß, dass alles in seiner Umgebung ein Beweis für den Glauben ist. Er ist sich bewusst, dass eine Möwe, die um Beute zu fassen ins Meer taucht, eine kleine Ameise, die auf dem Boden läuft, ein Apfelbaum, der jährlich kiloweise Früchte abgibt, die Wolken, die trotz ihres tonnenschweren Gewichts am Himmel stehen und einfach alles, was er in seiner Umgebung wahrnehmen kann, ein Beweis für die Existenz Gottes ist.
Doch in den Versen des Quran ist noch die Rede von zwei weiteren wichtigen Besonderheiten, um die Tiefe der Gottesbeweise zu sehen und zu verstehen: Denken und Wissen erwerben…
Im Quran lädt Gott den Menschen dazu ein, beständig über die Hinweise, die am Himmel, auf Erden und allem was dazwischen liegt, zu sehen sind, also die Gottesbeweise, nachzudenken.

Siehe, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel der Nacht und des Tages und in den Schiffen, welche das Meer durcheilen mit dem, was den Menschen nützt, und in dem was Gott vom Himmel an Wasser niedersendet, womit Er die Erde nach ihrem Tode belebt, und was Er an allerlei Getier auf ihr verbreitet, und in dem Wechsel der Winde und der Wolken, die dem Himmel und der Erde dienen wahrlich, in all dem sind Zeichen für Leute von Verstand! (Sure al-Baqara,164)

Gott möchte, dass wir über die Schöpfung nachdenken und uns darin Rat suchen und ein Beispiel nehmen. Alle belebten und unbelebten Existenzen in unserer Umgebung wurden erschaffen, um uns die erhabene Schöpfungskraft, Kunst und Wissenschaft Gottes begreiflich zu machen. Wie in dem Vers bestätigt, wurde nicht eines davon ohne Grund erschaffen. Sie nicht zu beachten oder darüber nachzudenken, käme sich von den Wahrheiten Gottes abzuwenden gleich und jeder gläubige Muslim muss sich davor hüten. Denn an verschiedenen Stellen betont der Quran, dass Gott Rache nimmt an all jenen, die sich von Seiner Wahrheit und den Beweisen abwenden.
In vielen Versen wird betont wie wichtig es ist, dass der Mensch beständig über die Gottesbeweise, die im Verborgenen oder in seiner Nähe aufblitzen, nachdenkt. In einem Vers beispielsweise ist davon die Rede, dass der Gläubige lange über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken soll:


Siehe, in der Schöpfung von Himmeln und Erde und in dem Wechsel von Nacht und Tag sind wahrlich Zeichen für die Verständigen. Die da Gottes gedenken im Stehen und Sitzen und Liegen und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: "Unser Herr, Du hast dies nicht umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Feuerspein! (Sure Al-Imran, 190-191)

Gott hat bekräftigt, dass die Gottesbeweise für den denkenden Menschen eine tiefe Bedeutung aufweisen. Doch damit ist nicht gemeint, dass der Mensch, wie bereits erwähnt, auswendig vor sich hin beten soll „Wie hübsch hat Gott das erschaffen" oder „was für ein wunderbares Tier“. Man muss sich lange, tief und intensiv mit Gottes Schöpfung auseinandersetzen, die Weisheit und Feinheit der Schöpfung erkennen und so Zeuge werden von Gottes unendlicher Wissenschaft, Weisheit und Kunst.
Eine Art dies zu tun besteht darin, die Kreaturen und Ereignisse in der Umgebung zu hinterfragen und zu vergleichen. In einem Vers lehrt Gott ein Beispiel für diese Art des Nachdenkens:

Betrachtet ihr wohl das Wasser, das ihr trinkt? Lasst ihr es aus den Wolken herabkommen oder lassen Wir es herabkommen? Wenn Wir wollten, machten Wir es bitter. Warum also dankt ihr nicht? (Sure al-Waqi’a, 68-70)

Wasser ist ein Segen, der auf der ganzen Welt überall leicht zu erhalten ist. Die meisten Menschen denken über das Wasser, das sie ihr Leben lang täglich trinken, oft nicht ein einziges Mal nach. Sie betrachten es als normal und natürlich, dass es Wasser gibt und es genau so beschaffen ist, dass es unsere Bedürfnisse befriedigt. Sie meinen, dass man nicht darüber nachdenken müsse. Doch wie es in den oben genannten Versen erläutert ist, hätte Gott dem Wasser ganz andere physikalische oder chemische Eigenschaften verleihen können, oder auch die Struktur der Atmosphäre oder die Temperatur anders gestalten können. Dann gäbe es keine „Wolken“ und damit auch keine Süßwasserquellen auf der Welt. Uns bliebe dann nur das Salzwasser der Meere und kein Mensch könnte auf der Welt überleben oder nur unter erschwerten Bedingungen, da er immer eine Wasserknappheit erleben würde. Ohne Süßwasser könnte er auch keine Landwirtschaft betreiben und die Welt würde sich in eine Wüste verwandeln und daher Hungersnöte herrschen. Doch Gott hat uns die Quelle für Süßwasser gegeben und dafür gesorgt, dass es die Erde und all ihre Regionen erreicht. Im Angesicht dieser Wahrheit müssen wir Gott danken.
Doch wie wir gesehen haben, muss man das Wasser erst als einen Segen erkannt haben, um diese Dankbarkeit ehrlich nachempfinden zu können und das steht in Zusammenhang mit dem „Nachdenken“. Zweifelsohne gilt dies nicht nur für das Wasser, welches uns als Beispiel gedient hat, sondern für alles was existiert, alle Lebewesen und alle Ereignisse. Sie alle sind ein Segen der uns von Gott gespendet wurde. Aber um dies erkennen zu können, müssen wir zuerst darüber nachdenken und vergleichen „Was wäre, wenn es anders wäre“. Man muss begreifen, wie feine Maßstäbe Gott geschaffen hat. In einem anderen Vers wird erneut betont wie wichtig es ist, dass wir über die Naturereignisse nachdenken und dabei „den Verstand gebrauchen“:

Auch in dem Wechsel von Nacht und Tag und in der Versorgung, die Gott vom Himmel hinabsendet und durch die Er die Erde aus ihrer Leblosigkeit erweckt, und in dem Wechsel der Winde sind Beweise für ein Volk von Verstand. (Sure al-Dschathiya, 5)
Bei denen, die im Vers als „ein Volk von Verstand“ beschrieben werden, handelt es sich um gläubige Muslime. Denn Verstand ist ein Vorteil, den man lediglich durch Glauben erreichen kann. Die Leugner können die Wahrheit Gottes nicht erkennen, da sie nicht über die von Gott verliehenen Tugenden wie Verstand verfügen und die unzähligen Zeichen in ihrer Umgebung übersehen. Denn wer die unzähligen Zeichen in den Himmeln und auf Erden nicht erkennt und so tut, als würden sie nicht existieren, wird im Quran als Heide bezeichnet:

Und an wie vielen Zeichen in den Himmeln und auf Erden gehen sie achtlos vorüber? Und die meisten von ihnen glauben nicht an Gott, ohne Ihm (zugleich) Gefährten zur Seite zu stellen. (Sure Yusuf, 105-106)

Wissen ist die zweite Eigenschaft, die man aufweisen sollte, um das Glaubensbekenntnis vertiefen zu können. Doch hier gibt es einen wichtigen Punkt zu beachten. Es ist nicht nötig, dass man ein Thema aus allen Richtungen betrachtet und alles Wissen darüber gesammelt hat, um es als Glaubensbeweis zu betrachten. Jeder mit Verstand gesegnete Mensch begreift sofort, dass alles, was ihn umgibt, das Werk eines übergeordneten Schöpfers ist. Er weiß, wenn er einen Käfer, beispielsweise eine Libelle sieht, dass es einen Schöpfer gibt, Der sie erschaffen hat. Um dies als Gottesbeweis zu begreifen, reicht die Existenz dieser Kreatur aus. Wenn man aber über die Besonderheiten dieses Lebewesens nachdenkt, so ist dies ein Mittel, um den Glauben und die Begeisterung weiter zu steigern.
Erinnern wir uns an unser vorheriges Beispiel vom Wasser. Wir wissen, dass Wasser zum Leben notwendig ist. Doch wenn wir die grundlegenden physikalischen, chemischen und geographischen Informationen über das Wasser kennen, so begreifen wir noch besser, welch grundlegende Bedeutung das Wasser für uns hat. Wenn wir die Besonderheiten des Wassers genauer betrachten, sehen wir deutlich, dass das Wasser aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wie Gefrierfähigkeit, Flüssigkeit und Ausdehnungsfähigkeit so geschaffen ist, dass es ideal für die Lebensumstände des Menschen ist. Auch dies ist ein Mittel, um unsere Nachdenken zu vertiefen und unsere Dankbarkeit zu steigern.
Ohne Zweifel kann ein kleines Kind genauso gut wie ein sehr gebildeter Professor die Zeichen Gottes leicht erkennen, sofern es sich gewissenhaft und ehrlich mit Gott auseinandersetzt. Doch sicherlich braucht es umfassende Informationen, wenn ein Mensch über Existenzen nachdenken möchte, die in seiner Umgebung nicht sichtbar sind. Selbst wenn es sich um etwas handeln sollte, was in der Umgebung tatsächlich sichtbar ist, muss man die Details kennen, um sich noch intensiver damit beschäftigen zu können. Anderenfalls wird das Nachdenken eine gewisse Grenze nicht überschreiten oder gar oberflächlich bleiben. So werden beispielsweise die Gedanken, die sich jemand bei der Betrachtung des Himmels macht, der keinerlei Informationen über die Systeme im Weltraum hat, anders sein, als die eines Menschen, der über ausgeprägtes Wissen in Astronomie verfügt. Oder auch jemand, der über vertieftes Wissen über den Aufbau und die Anatomie des menschlichen Körpers besitzt, wird die Wunder und Mysterien leichter bemerken, als jemand der kein Wissen auf diesem Gebiet hat. Denn Gott teilt uns in den Versen mit, dass diejenigen, die über Wissen verfügen, über den Unwissenden stehen:

Diese Gleichnisse stellen Wir zwar für die Menschen auf, doch nur die Wissenden begreifen sie. (Sure al-Ankabut, 43)

Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit euerer Sprachen und euerer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die Wissenden. (Sure ar-Rum, 22)

Ist etwa der, welcher die Stunden der Nacht in Andacht verbringt, sich niederwerfend oder stehend, auf das Jenseits achtend und auf seines Herrn Barmherzigkeit hoffend, ... Sprich: "Sind etwa diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen, einander gleich?" Nur die Verständigen lassen sich warnen. (Sure az-Zumar, 9)

Doch es sollte erneut darauf hingewiesen werden, dass bloße "Information", wenn Verstand, Gewissen und Umsicht zur richtigen Bewertung fehlen, den Menschen nicht zur Wahrheit führt. Genaue Informationen können den Menschen nur dann näher zu Gott führen und ihn erkennen lassen, wenn er gleichzeitig ehrlich und gewissenhaft ist. Daher bieten die heutige Wissenschaft und Technologie einen großen Vorteil, wenn es darum geht die Wissenschaft, Weisheit, Kunst und Detailfreude in Gottes Schöpfung näher zu begreifen.
Wissenschaftszweige wie Medizin, Biologie oder Astronomie bringen uns die Wunder und Schönheit in Gottes Schöpfung deutlich und facettenreich vor Augen. Die Zahl der Menschen, die die Informationen erfahren und als Weisheit und Schönheit Gottes bewerten und dadurch Anhänger seiner unendlichen Weisheit werden, steigt beständig an.



KAPITEL 2:

WARUM SIND GOTTESBEWEISE WICHTIG?


Gottesbeweise sind ein Mittel
um zum Glauben zu finden
Die Glaubensbeweise sind einer der wichtigsten Beweggründe, durch welche Menschen zum Glauben finden. Ein Mensch, der nicht glaubt, ist in einer tiefen Sorglosigkeit. Er kann die Beweise in seiner Umgebung nicht wahrnehmen. Er kann, weil die Gesellschaft, der er angehört, sich von der Religion entfernt hat und weil er mit den Dingen des täglichen Lebens beschäftigt ist, die unzähligen Wahrheiten in seiner Umgebung nicht erkennen. Dennoch ist es hoffenswert, dass ein solcher Mensch die endlose Wissenschaft und Weisheit Gottes erkennt und an Gottes Schöpfung glaubt, wenn man ihm die Gottesbeweise erklärt und der Mensch gleichzeitig über Gewissen und Ehrlichkeit verfügt. Die Gottesbeweise sind ein wichtiges Mittel, um Menschen, die zwar Gewissen haben, aber aufgrund der ungläubigen Versuchungen keine Kenntnis erlangt haben, zum Glauben an Gott zurückzuführen.
Da die Welt ein Ort der Prüfungen ist, wäre es ein Fehler zu erwarten, dass jeder zum Glauben gezwungen wird, den Menschen keine Wahlmöglichkeit in Bezug auf den Glauben geboten wird oder Wunder geschehen. Wenn wir beispielsweise einen Samen auf die Erde werfen und innerhalb weniger Sekunden daraus ein riesiger Baum wächst, so wird das jeder, der dabei Zeuge ist, als ein großes Wunder betrachten. Doch weil milliardenfach diese Veränderung Stück für Stück miterlebt wird, hinterlässt sie auf den ersten Blick auf den Menschen nicht den Eindruck eines Wunders.
Nehmen wir ein anderes Beispiel. Der menschliche Körper wird im Durchschnitt 60-70 Jahre alt. Nehmen wir einmal an, er würde direkt vor unseren Augen altern. Ein Neugeborenes würde innerhalb von ein paar Minuten wachsen, reifen und altern. Das würde sicherlich jeden, der dies beobachtet, zum Nachdenken verleiten. Doch beachten wir folgendes: Genau das erleben wir genau in diesem Moment. Der einzige Unterschied ist die Zeit. Dasselbe Wunder vollzieht sich genau jetzt, nur mit dem Unterschied, dass es so langsam vonstatten geht, dass man es nicht bemerkt. Für Menschen, die unaufmerksam, gewissen- und gedankenlos sind, scheint es wie eine ganz normale Tatsache. Doch eigentlich handelt es sich dabei um ein wahres Wunder. Um dieses Wunder zu bemerken, muss man gewissenhaft und ehrlich die Details rund um das Ereignis untersuchen und die schöpferische Weisheit und Feinheit dahinter erkennen.
Es gibt eine Wahrheit, die von Menschen, die in Sorglosigkeit leben, nicht erkannt wird: Der eigene Körper, alles in der Umgebung und alles im Universum ist ein erschaffenes Wunder… Der Quran ermahnt den Menschen mit folgenden Worten:

Siehst du denn nicht, dass Gott Wasser vom Himmel herabsendet und es zu Quellen durch die Erde leitet? Dann lässt Er dadurch Pflanzen in mannigfacher Farbe wachsen. Dann verwelkt es, und du siehst es gelb werden. Dann macht Er es zu Krümeln. Siehe, hierin ist wahrlich eine Mahnung für die Verständigen. (Sure az-Zumar, 21)

Dieser wichtige Punkt wird deutlich, wenn man die Feinheiten der Glaubensbeweise näher erläutert. Wenn ein Mensch die vielen Beweise für die Schöpfung und deren Perfektion erkennt, während sie überall um ihn herum zu sehen sind, ohne zuvor wahrgenommen zu werden, so ist dies sehr wirksam, um die Sorglosigkeit dieses Menschen zu zerstreuen. Wenn einige Gottesbeweise, an deren Ansicht sich die meisten gewöhnt haben und über die kaum jemand sich die Mühe machen würde nachzudenken, in den Blickwinkel gerückt würden, so würde dies die Gewissen erwecken und den Unglauben mit seinen eitlen Versuchungen zerschlagen.
Das erste, was einer Person, die auf die Stimme ihres Gewissen im Angesicht eines Gottesbeweises einfällt ist, dass dieser nicht durch Zufall oder von selber entstanden sein kann. Sie wird verstehen, dass über all dem eine höhere Macht steht, nämlich Gott und wird an ihn glauben.

Gottesbeweise vertiefen den Glauben
Gottesbeweise sind nicht nur für diejenigen wichtig, die nicht an Gott glauben, sondern vertiefen auch den Glauben derer, die gottesfürchtig sind. Gott betont im Quran die Wichtigkeit der Gottesbeweise und befielt den Gläubigen über die Beweise, die er in der Natur erschaffen hat, nachzudenken.
Ein frommer Muslim wird nicht nur beten, fasten und die anderen religiösen Handlungen vollziehen, sondern gleichzeitig auch tiefe Reflexion kennen. Tiefes Nachdenken über die erschaffenen Beweise „in den Himmeln und auf Erden“, wie der Quran es vorsieht, steigert den Glauben des Gottesfürchtigen und ist Anlass diesen Glauben auf festes Wissen zu stützen. In einem Quranvers lässt uns Gott folgendes über die Beweise auf Erden und eine solide Bildung wissen:

Auf der Erde sind fürwahr Zeichen für die im Glauben Festen. Und auch in euch selber - seht ihr (sie) denn nicht? (Sure adh-Dhariyat, 20-21)

In dem Vers wird offensichtlich, dass die Gottesbeweise innerhalb des Menschen und auf Erden Anlass für einen Glauben sind, der auf Bildung beruht. Ein auf fundiertes Wissen gestützter Glaube steigert die Ehrfurcht vor Gott und daher werden Gottes Gebote und Gesetze besonders bewusst und sorgfältig erfüllt. Jeder, der tiefe Überlegungen über die Beweise der Schöpfung anstellt, wird seine religiösen Pflichten andächtig erledigen, denn er hat eindeutige Belege dafür, dass Gott sein Handeln beobachtet und ihn im Gegenzug für sein gutes Tun belohnen wird. Genauso kennt Gott auch den kleinsten begangenen Fehler. Diesen tadelt er und versucht den Menschen davon abzubringen.
Gott wendet sich im Quran folgendermaßen an die Gläubigen:

O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Gott und sucht, Ihm Nähe zu kommen, und strengt euch auf Gottes Weg an, damit es euch wohlergeht. (Sure al-Ma’ida, 35)

Dem Vers kann man entnehmen, dass diejenigen, die sich auf die Suche nach einem Weg zu Annäherung an Gott begeben haben, einen Weg zur Befreiung gefunden haben. So sind die Gottesbeweise für einen Gläubigen ein Mittel, das ihnen die Existenz und Eigenschaften Gottes näher bringt und verständlich macht und dank dem sie noch näher zu Gott gelangen können. Wenn man beispielsweise die von Gott erschaffenen Kreaturen beobachtet, ihre perfekte Struktur und ihre Systeme betrachtet und darüber nachdenkt, so wird man dadurch Zeuge von Gottes unendlicher Wissenschaft und Macht.
Zum Beispiel: Ein Mensch, der mehr über den unvergleichlichen Aufbau seines Körpers erfährt, wird dies als offenen Beweis für die Existenz und Kunst Gottes betrachten und verstehen, dass alles, einschließlich seines eigenen Körpers, das Werk Gottes ist und Er alles zu jeder Zeit kontrolliert. Gleichzeitig kommt er Gott noch näher, wenn er seine eigene Schwäche bemerkt. Weil man sich Gott näher fühlt, versucht man noch mehr Seine Anerkennung und Gnade zu erhalten. Zum Beispiel: Vielleicht wird man versuchen seine Freizeit jetzt dafür zu verwenden, das Wohlgefallen Gottes zu gewinnen und seine religiösen Pflichten noch eifriger zu erfüllen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gottesbeweise eine wichtige Rolle dabei spielen, den Übergang von einem oberflächlichen, imitierten Glauben zu einem gelebten (auf Wissen basierenden, unerschütterlichen) Glauben zu finden.

Gottesbeweise zerschlagen
die Suggestionen des Unglaubens
In unserem Zeitalter bemühen sich die Atheisten und religionsfeindliche Strömungen, den Menschen vom Glauben an die Existenz und Einheit Gottes abzubringen. Dagegen hat Gott den Gläubigen, um die verdrehten und abtrünnigen Philosophien der Leugner zu zerstreuen, die Beweise an die Hand geliefert. Die wichtigsten Belege sind dabei die Gottesbeweise.
Der größte Irrweg, welchen die Leugner Gottes hervorgebracht haben, besteht darin, dass sie behaupten, alles belebte und unbelebte wäre durch Zufall entstanden. Um die eitlen Versuchungen, die von den Leugnern verbreitet werden zu zerstören und die Schöpfungswunder, die von ihnen verdeckt werden, ans Tageslicht zu befördern, müssen die Gottesbeweise im Licht der modernen Wissenschaften untersucht und dem Menschen nahe gebracht werden. Die Menschen, die den perfekte Aufbau der Lebewesen, die überragenden Systeme des Kosmos und die unzähligen empfindlichen Gleichgewichte gewissenhaft betrachten, verstehen, dass all dies sich niemals aus Zufall entwickelt haben kann, sondern Gott als erhabene Macht all dies erschaffen haben muss. So wird der „Zufall“, wie ihn die Leugner in ihren Thesen verbreiten, wie im Vers „...Gekommen ist die Wahrheit und vergangen das Falsche. Das Falsche ist fürwahr vergänglich." (Sure al-Isra, 81) verschwinden.
Außerdem sollten wir beachten, dass ein Mensch, der nichts über die Gottesbeweise weiß, den gottlosen Verführungen im höchsten Maße schutzlos ausgeliefert ist. Es gibt dafür unzählige Beispiele. Wenn wir die jüngste Vergangenheit betrachten, so zeigt sich, dass viele Menschen, die konservativen Familien entstammen und in ihrer Kindheit eine religiöse Erziehung genossen haben, während ihrer Schul- oder Studienzeit ihren Glauben schnell einbüßen, wenn sie in ihrer Umgebung einige ihrer Freunde samt deren Versuchungen erleben. Der Grund dafür ist, dass die Atheisten ihren eitlen Glauben mit „Vernunft und Wissenschaft“ ausschmücken. Sie stellen sich so dar, als würden sie alles über die Natur und das Universum wissen, als hätten sie die Gesetze des Lebens verstanden und die Wahrheit gefunden. Das kann jemanden mit konservativen Wurzeln, der jedoch nichts über die Gottesbeweise weiß und daher keinen „gefestigten“, also auf festen Informationen beruhenden Glauben hat, beeinflussen und beirren.
Ein Mensch jedoch, der die Gottesbeweise kennt, kann die Irrungen und Betrügereien der Atheisten leicht aufdecken und deren Theorien zu Fall bringen. Das nutzt nicht nur ihm selber, sondern auch den Menschen in seiner Umgebung. Weiß man nichts über die Gottesbeweise, so ist man den Irrungen der Atheisten schutzlos ausgeliefert. Das Wissen darum allerdings, macht den religiösen Menschen stark gegenüber den ungläubigen Philosophien.

Durch die Gottesbeweise kann man
Gott die Achtung erweisen, die Ihm zusteht
Indem man über die Gottesbeweise reflektiert und die Eigenschaften Gottes erkennt, die sich darin widerspiegeln, lernt man Gott viel besser und näher kennen. Die Menschen, die beginnen Gott besser kennen zu lernen und überall und jederzeit Seine Offenbarungen sehen, können dank dieser Eigenschaft Gottes Macht besser einschätzen.
Zum Beispiel: Ein Mensch, der vertieftes Wissen über die Gottesbeweise hat und intensiv darüber nachgedacht hat, kann folgende Wahrheit sehr viel besser verstehen. Gott weiß alles und kontrolliert alles, was die Milliarden von Menschen, die auf der Erde leben in jedem Moment tun. Die Trillionen von Zellen innerhalb eines Körpers, die Milliarden von menschlichen Körpern auf der Erde und aller Lebewesen im Universum, können entstehen und leben, weil Gott dies so wünscht. Jede Bewegung passiert durch den Willen Gottes und wird von Ihm kontrolliert. Um ein solches System aufrechterhalten zu können, bedarf es unbegrenzter Macht und Wissen, nicht enden wollenden Verstandes und Geisteskraft. Wenn man darüber reflektiert, so erkennt man die endlose Macht Gottes und kann aus nächster Nähe Seine enormen Eigenschaften bezeugen.
Nachdem Gott uns im Quran selbst eine winzige Fliege als Beispiel für einen Gottesbeweis geliefert hat, wendet Er sich an all jene, die dieser Wahrheit gegenüber blind sind und die Macht Gottes nicht erkennen können:

O ihr Menschen! Ein Gleichnis ist für euch geprägt worden; so hört es: Siehe jene, die ihr neben Gott anruft, nie können sie jemals eine Fliege erschaffen, selbst wenn sie sich zusammentun. Und wenn ihnen die Fliege etwas raubte, könnten sie es ihr nicht wegnehmen. Schwach sind der Bittende und der Gebetene. Sie schätzen Gott nicht in Seiner wahren Bedeutung ein. Seht, Gott, ist wahrlich der Starke, der Mächtige. (Sure al-Hadsch, 73-74)

In einem anderen Vers des Quran ist von denjenigen die Rede, die nicht über die Gottesbeweise reflektieren und es heißt, dass diese Menschen keine Ehrfurcht vor Gott haben.

Sprich: "Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde her? Oder wer hat Gewalt über Gehör und Gesicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und das Tote aus dem Lebendigen? Und wer führt den Befehl?" Wahrlich, sie werden sagen: "Gott!" So sprich: "Wollt ihr Ihn dann nicht fürchten?" Dieser Gott, das ist euer wahrer Herr. Und was anderes bliebe ohne die Wahrheit als der Irrtum? Wie könnt ihr nur so widersinnig sein? (Sure Yunus, 31-32)

Wie sich aus den Versen ergibt, sollte die Erforschung und das Erfahren der Gottesbeweise, ein Nachdenken über deren Wahrheit bedeuten, so dass gefestigtes Wissen darüber erlangt wird, dass Gott zu jeder Zeit über alle belebten und unbelebten Existenzen verfügt und sie kontrolliert. Wenn man dieses Verständnis erlangt hat, überlässt man sich voll und ganz Gott. Ein gläubiger Muslim, der das komplizierte System im Inneren seines Körpers sowie dessen fragiles Gleichgewicht kennt und darüber reflektiert, versteht ohne Zweifel, dass der Verstand, der diese Systeme betreibt, nicht dem Körper eigen sein kann. Er weiß, dass das, was er als seinen Körper bezeichnet, eine Ansammlung von Zellen ist, die sich aus Atomen zusammensetzen, welche weder Bewusstsein, Sinnesorgane noch die Fähigkeit zu denken haben. Am Ende dieser Überlegungen wird der Mensch zu der Überzeugung gelangen, dass jede einzelne Zelle im Körper, ja sogar jedes einzelne Atom, auf den Befehl und den Wunsch Gottes hin agiert. Er versteht, dass nichts und zu keiner Zeit dem Zufall oder Glück überlassen ist.

Lediglich wissende Menschen erlangen
die notwendige Ehrfurcht vor Gott
Wer sich mit den Gottesbeweisen beschäftigt und lange darüber nachdenkt, häuft mit der Zeit intensives Wissen an. Menschen, die über dieses Wissen verfügen, werden wie bereits zuvor erwähnt im Quran als „in die Wissenschaft vertieft“ oder „Wissensträger“ bezeichnet. Die Wissensträger sind überall umgeben von den Gottesbeweisen und erkennen Gott überall. Sie können bezeugen, dass es keinen Gott außer Ihm gibt:

Bezeugt hat Gott - und auch die Engel und die Wissenden -dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erhabenen, dem Weisen. (Sure Al-Imran, 18)

Alle Wissenden sehen überall an sich und in der Umgebung die Offenbarungen Gottes. Zum Beispiel: Ein Wissender, der Kenntnis darüber hat, dass eine kleine Ameise ihre Aufgaben in der Kolonie ohne sich davon abbringen zu lassen, zuverlässig und sorgfältig erfüllt und beim Transport von Nahrung in den Bau einem perfekten Plan und Arbeitssystem folgt, wird in jeder Ameise, die er sieht, den erhabenen Verstand und die Weisheit Gottes erkennen.
Indem sie intensiv über die Gottesbeweise nachdenken, lernen die Wissenden Gott näher kennen und können den Umfang der Macht und der Stärke Gottes besser begreifen. Ein wissender Mensch ist sich der Macht und Kraft Gottes bewusst. Lediglich diejenigen, welche kein Wissen um die Gottesbeweise haben, glauben, dass es ausreicht zu sagen „Wie schön hat Gott ihn erschaffen", wenn ein Vogel an ihnen vorbei fliegt. Die Wissensträger allerdings kennen den komplizierten Aufbau der Federn, wissen, dass die Vögel weniger Energie verbrauchen, weil sie in Form eins „V“ fliegen und dass die Flügel so erschaffen wurden, dass sie zum Fliegen geeignet sind. Kurz gesagt, sie sind sich bewusst, dass Gott den Vogel nach einem erhabenen Plan erschaffen hat, der von der Fähigkeit zu fliegen über die Vermehrung bis hin zur Farbe der Flügel alles umfasst. Solchen Menschen reicht es auch aus, wenn sie ein Neugeborenes sehen zu sagen „Was für ein schönes Baby. Möge Gott ihm ein langes Leben schenken.“ Natürlich ist es lobenswert, wenn ein Mensch sich an Gott erinnert, sobald er ein kleines Kind betrachtet. Doch noch schöner und tiefsinniger ist es, an alle Entwicklungsstufen des Kindes zu denken, sich daran zu erinnern, dass Gott diese erschaffen hat und Gott dafür zu danken. Denn die Wissenden bedenken all die Entwicklungsstufen, welche dieses Baby durchlaufen hat, bevor es auf die Welt kam und auch das Wunder, das darin verborgen liegt. Sie betrachten es als außerordentlich, dass eine einzige Spermienzelle die so weit entfernte Eizelle erreichen konnte und zwei Zellen aus unterschiedlichen Körpern sich miteinander verbinden können und mit der Zeit ein sehender, hörender und denkender Mensch entsteht. Wenn sie über diese perfekte Kunst der Schöpfung nachdenken, so steigt ihr Glauben an die Macht und Wissenschaft Gottes. Gleichzeitig steigt mit jeder Offenbarung Gottes und dessen Eigenschaften im Wissenden die Erfurcht vor Gott. Denn wie wir bereits zuvor bemerkt haben, lehrt der Quran die Wissenden über diese Besonderheit die folgenden Worte:

... (Es gibt) auch Menschen, Tiere und Vieh von unterschiedlicher Farbe. Aber nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Gott. Gott ist fürwahr mächtig, verzeihend. (Sure al-Fatir, 28)

Die Wissenden werden so mit den erhabensten Eigenschaften gelobt. Alle gläubigen Muslime sollen sich darum bemühen, den Rang dieser Wissenden, die im Quran gelobt werden, zu erreichen. Dafür müssen sie alles was sie erleben und jede einzelne Existenz, der sie begegnen, als einen Gottesbeweis betrachten und darüber intensiv nachdenken.

Gottesbeweise öffnen den gedanklichen
Horizont des Menschen
Die Gottesbeweise erfahren, darüber nachdenken, sowie ihre Weisheiten und Details zu begreifen, liefert einen bedeutenden Beitrag dabei, den geistigen Horizont eines Menschen zu erweitern.
Heutzutage leben die Menschen in der erstickenden Atmosphäre der Großstädte ein eintöniges und monotones Leben. Sie können die Gottesbeweise, die Gott allerorten erschaffen hat, nicht sehen und selbst wenn sie sie erkennen, nicht wahrnehmen. Doch für einen Gläubigen ist alles ein Gottesbeweis. Alles Beseelte und Unbeseelte, das auf Erden und im Universum existiert, wird von einem Menschen, der dieses Wissen erlangt hat, als Gottes Schöpfung betrachtet. Für einen gläubigen Muslim sind beispielsweise auch Nichtgläubige ein Gottesbeweis. Denn Gott hat uns über den Quran wissen lassen, dass es auch solche geben wird. Außerdem sorgt die Tatsache, dass wenngleich Gottes Existenz offensichtlich ist und einige dennoch nicht an ihn glauben dafür, dass die Ehrfurcht des Gläubigen vor Ihm noch steigt und die Dankbarkeit für seinen Glauben steigt. Man sollte nicht nur die Bäume, Blumen und Lebewesen mit ihren erstaunlichen Eigenschaften als Gottesbeweise betrachten. Auch Dinge, die das Leben vereinfachen, wie Fahrzeuge, Mobiltelefone oder Computer sind jedes für sich ein Gottesbeweis, den Gott uns erschaffen hat. Der Gläubige weiß, dass diese Dinge mit Erlaubnis Gottes entstanden sind und dankt Ihm, dass Er ihnen den Alltag auf diese Art vereinfacht.
Wo immer wir auf angespanntes, hasserfülltes, verdrossenes, unbedachtes, grobes oder respektloses Verhalten stoßen, so stammt dies von Menschen, die keine Ahnung von Gottes Schöpfung haben. Menschen aber, die die Glaubensbeweise betrachten und darüber nachdenken, reifen und vertiefen ihre Moral.
Denjenigen, die diese moralische Tiefe und dieses Verständnis nicht aufbringen und die ausschließlich in ihrem engen Horizont und Logik verfangen sind, zeigt Gott im Quran die „Beduinen“ als Beispiel. Die Beduinen haben zu Lebzeiten unseres Propheten im Gegensatz zu den Arabern nicht in Städten, sondern als Nomaden gelebt. Während die Araber in Städten wohnten und Literatur und Ästhetik kannten, waren die Beduinen ungebildet, grob und rau. So eine Natur ist für das Verstehen der Religion und das Leben ein großes Hindernis. Daher hat Gott im Quran den Beduinen folgendes befohlen:

Unter den arabischen Beduinen sind manche (besonders) verstockt in Unglauben und Heuchelei. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die Vorschriften, welche Gott auf Seinen Gesandten hinabgesandt hat, nicht kennen. Und Gott ist wissend und weise. (Sure at-Tauba , 97)

Der „Charakter der Beduinen“, steht für Unwissenheit, Gedankenlosigkeit und Grobheit. Um diesen Charakter zu heilen, muss der Mensch intensiv an sich arbeiten, um in der Lage zu sein, die erhabene Kunst und Weisheit in Gottes Schöpfung zu erkennen. Eine der Grundlagen dieser Kultur besteht darin, dass Gott möchte, dass wir die Gottesbeweise erforschen, darüber lernen, nachdenken und sie bewerten. In einem Vers wird den Muslimen diese Eigenschaft folgendermaßen beschrieben:

Die da Gottes gedenken im Stehen und Sitzen und Liegen und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: "Unser Herr, Du hast dies nicht umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Feuerspein! (Sure Al-Imran, 191)

Zusammenfassung: Die Gottesbeweise sind ein Mittel,
um die Gnade Gottes, das Paradies und das Jenseits zu erlangen
Wir haben bisher verschiedene Methoden erfahren, wie der Mensch durch die Gottesbeweise Gott näher kennen lernen und zum Glauben finden kann. Außerdem haben wir darüber gesprochen, dass der Glauben der Gottesfürchtigen noch gesteigert wird und sie eine nicht zu erschütternde Frömmigkeit erfahren. Wenn der Gläubige die Gottesbeweise studiert und darüber intensiv nachdenkt, so erlangt er dadurch eine noch größere Ehrfurcht vor Gott. Dadurch kann er die Gebote und Verbote Gottes leichter und bewusster befolgen. Daher sind sie ein Mittel, die Gnade Gottes zu erlangen. Die Gnade Gottes besteht in Wohltaten wie dem Heil, Segen, Schönheit und Verstand, der Verleihung von Wissenschaft und Weisheit, Friede, Freude und Glück. Im Jenseits warten die Errettung aus den Qualen der Hölle, die endlosen Freuden des Paradieses und die ständige Anerkennung Gottes.
Die Freuden des Paradieses messen sich auch an der Tiefe des Glaubens. Daher sind auch diejenigen gläubigen Muslime im Paradies mit Gottes Erlaubnis höher gestellt, die sich in die Gottesbeweise vertieft haben, Gottes unendliche Eigenschaften direkt bezeugen und verfestigtes Wissen erlangt haben und dadurch einen unerschütterlichen und erhabenen Glauben erlangt haben. (Gott kennt die Wahrheit.)
Gläubige, die die Gottesbeweise untersuchen und erfahren, werden mit Gottes Willen im Paradies für ihr tiefes Nachdenken und ihre Ehrfurcht vor Gott im Paradies auf höchste Art und Weise belohnt.

Siehe, nur das sind Gläubige, deren Herzen in Furcht erbeben, wenn Gott genannt wird, und deren Glauben wächst, wenn ihnen Unsere Verse vorgetragen werden, und die auf Gott vertrauen, die das Gebet verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen bescherten. Das sind die wahren Gläubigen. Ein hoher Grad an Wertschätzung ist ihnen bei ihrem Herrn bestimmt sowie Verzeihung und großzügige Versorgung. (Sure al-Anfal, 2-4)

GEDANKEN ISLAMISCHER

Eine wichtige Quelle, die uns in Bezug auf die Bedeutung und Interpretation der Gottesbeweise eine Hilfestellung bietet, sind die Werke der Größen des Islam in der Vergangenheit und Gegenwart. Diese Lehrmeister, die ein Leben nach dem Quran und der Sunna führen, messen der Erforschung der Gottesbeweise und der Reflexion darüber einen hohen Stellenwert bei. Und auch in ihren Werken stehen die Gottesbeweise immer im Vordergrund. Dieses Kapitel behandelt Beispiele von Gottesbeweisen aus den Werken von Islamgelehrten und deren Betrachtung über die Bedeutung.

Imam Gazali
Imam Gazali war ein Islamgelehrter aus Horasan, der Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts gelebt hat. In seiner Zeit war als ein Denker mit scharfem Verstand bekannt. Er wird als der Erneuerer (unser Prophet hat uns in den Haditen wissen lassen, dass er zum Beginn eines jeden Jahrhunderts einen Weisen schicken wird, der entsprechend der Bedürfnisse des Glaubens lehren wird) betrachtet. Sein umfassendes Wissen, sein großer Verstand und seine Urteilsfähigkeit haben ihn nicht nur innerhalb der muslimischen Welt, sondern auch im Westen berühmt gemacht. Imama Gazali hat einige Denkströmungen und Glaubensrichtungen abseits des Quran, die in dieser Zeit verbreitet und insbesondere durch die griechische Philosophie beeinflusst waren, sehr effektiv widerlegt und den Glauben gegen diese Irrwege verteidigt.
In diesen berühmten Lektionen und Gesprächen über den Glauben nehmen auch die Gottesbeweise einen wichtigen und großen Stellenwert ein. Überall in seinen Werken stößt man darauf. Einige Beispiele der Gottesbeweise, wie wir sie in seinen Werken finden und einige seiner Worte über deren Bedeutung, sind in den folgenden Zeilen wiedergegeben:
Niemals kann die Verwaltung eines Landes so bedacht und geordnet sein, wie die Oberhoheit der Himmel und der Erde des höchsten Gottes. Niemand kann schöner und herrlicher sein als der Höchste Gott. Kann es daher einen köstlicheren Anblick geben, ohne Ihn zu erblicken, ohne Ihn zu erkennen? Daraus ergibt sich, dass das Wissen um die Geheimnisse des Höchsten Gottes köstlicher ist, als alles andere Wissen.
Die Köstlichkeit des Herzens besteht in der Stufe der göttlichen Erkenntnis: Jedem gereichen andere Dinge zur Freude, Vergnügen und Geschmack. Mit den Augen schöne Dinge sehen, mit den Ohren die gewünschten Dinge hören, Gaumenfreuden oder den Feind besiegen. Die Köstlichkeit des Herzens besteht darin, die Wahrheit aller Dinge zu kennen und auch das ist göttliche Erkenntnis. Je weiter man auf dem Weg zur göttlichen Erkenntnis voranschreitet, desto köstlicher wird der Geschmack. Mit dem Herrn über den Kosmos und die Erde, dem erhabenen Gott und seiner Person und seinen Eigenschaften, seinen Geheimnissen und Weisheit, seiner Kunst und seinen Werken und an seiner Ehre und seiner Gunst teilzuhaben, ist noch köstlicher. Welches Glück und welche Ehre könnten größer sein, als Ihm nahe sein, Ihn zu kennen1.
Der aus Staub erschaffene Mensch ist auch ein Gotteszeichen Gottes… Bedenke, was vorher war und was später sein wird! Wenn Menschen und Geister zusammen kommen würden, könnten sie aus Staub ein Auge, oder ein Ohr, oder Verstand, oder Wissen, Wissenschaft oder eine Seele erschaffen? Währen sie in der Lage daraus Knochen, Adern, Nerven, Haut, Haare und so weiter zu formen? Sie währen zur Hilflosigkeit verdammt, wenn sie bis zum Kern der Existenz vordringen wollten, nachdem Gott sie mit ihrem Charakter und Wesen erschaffen hat…
Sehen Sie das Wohlwollen und die Gnade Gottes, seine gewaltige Barmherzigkeit und Weisheit und wie sie den Menschen umfängt. Es ist in höchstem Maße erstaunlich, dass jemand, der an der Wand ein schönes Bild oder eine schöne Kalligraphie sieht, stehen bleibt und es begeistert betrachtet, darüber nachdenkt, wie der Künstler das Werk geschaffen hat und zum Ausdruck bringt, was für ein großes Kunstwerk er vor Augen hat. Doch im Angesicht dieser gewaltigen Schöpfung und von Gottes Werk zeigt er sich sorglos gegenüber der Kunst und Weisheit Gottes2.
Die Sonne, der Mond, die Sterne, die Wolken, der Regen, der Wind und alle Kräfte der Natur stehen unter der Verwaltung und dem Befehl Gottes, des mächtigen Schöpfers. So wie der Stift in der Hand des Schriftführers.3
Wie viele Sterne gibt es am Himmel, die hunderte Male größer sind als die Erde. Weil sie weit entfernt sind, erscheinen sie wie Punkte. Dadurch kann man begreifen, wie groß das All, also die Himmel, sind. All diese Sterne scheinen in deinen Augen ziemlich klein. Dadurch kannst du die Herrlichkeit und Hoheit Dessen verstehen, Der sie erschaffen hat.4
Beachte, wie viele Sterne es gibt… Ihre Bewegung und ihre Laufbahn, und jeder einzelne hat dabei eine andere Geschwindigkeit. Der eine braucht einen Monat, ein anderer ein Jahr, ein weiterer zwölf Jahre und ein weiterer dreißig Jahre für eine Umdrehung. Unendlich sind die erstaunlichen Informationen, die wir dort erhalten… Wenn wir versuchen würden in diesem kurzen Erdenleben die Wissenschaft zu verstehen, welche der Große Gott uns auf diesem Gebiet gegeben hat, so würde jedes einzelne Detail Tage dauern.5
Wende dein Gesicht zum Himmel, zu den Sternen am Firmament. Nehme dir ein Beispiel, wenn du betrachtest, wie die Sterne aufgehen und untergehen, an der Sonne und dem Mond, wie sie beständig ohne Abweichung aufgehen und untergehen und an ihrer Bewegung, die bis zum Jüngsten Tag ohne Abweichung sich fortsetzen wird und dabei nicht eine Sekunde von der Bahn abweicht. Bedenke die Vielzahl und unterschiedlichen Formen und Farben der Sterne. Erblicke die Bewegung der Sonne, die sie innerhalb eines Jahres vollzieht. Würde sie nicht auf- und untergehen, so gäbe es weder Tag noch Nacht. Wenn es keinen Unterschied im Aufgehen und Untergehen der Sonne geben würde, so würden die Jahreszeiten nicht wechseln… Immer weiter könnten wir so aufzählen. In jedem Körnchen der Schöpfung steckt unendliche Weisheit. Wenn das Reich ein Haus ist, so ist der Himmel dessen Dach6.

Imam-ı Azam Abu Hanife
Abu Hanife ist der Begründer des Hanifeordens. Zu seiner Zeit war er unter Muslimen unter dem Spitznamen „Imam-i Azam“, also „der größte Imam“ bekannt. Er war für die Gläubigen ein Vorbild und hat sich sein Leben lang darum bemüht den Islam zu verkünden und die Gebote Gottes den Menschen zu erklären. Eine der wichtigsten Methoden, mit denen Imam-i Azam versucht hat die Existenz Gottes zu beweisen und zu verkünden, waren die Gottesbeweise. Das nachfolgende Beispiel über die Bedeutung der Gottesbeweise hat dieses große Vorbild selber im Dialog mit einem Atheisten (Anhänger der Dehriyesekte, Materialisten) hinzugezogen:
...
Abu Hanife wohnte am gegenüberliegenden Ufer Bagdads und gab dem Anhänger der Dehriyesekte und der Menge Grund zu fragen, ob er seine Haltung geändert habe, als er sich zur Diskussionsstunde nicht am Orte einfand. Jeder wunderte sich… „Warum ist er nicht erschienen? Wird er nicht kommen? Hat er Angst? Hat er keine Beweise gefunden?“ Und ähnliches wurde gefragt! Imam Azam erschien eine Weile nach der vereinbarten Uhrzeit. Der Dehriyeanhänger hatte an Mut gewonnen und auch sein Unglauben und sein Stolz waren gestiegen…
Abu Hanife entschuldigte sich und begann den Grund für seine Verspätung zu erklären: Ich habe kein Fahrzeug gefunden, um vom gegenüberliegenden Ufer auf diese Seite zu gelangen. Ich begann zu warten. Ich dachte mir, vielleicht kommt ein Ruderboot oder ein Floß vorbei, damit könnte ich übersetzen. Da habe ich gesehen, wie plötzlich ein Baum umkippte. Ich wurde Zeuge, wie der Baum zu Holz wurde und das Holz ganz von selber sich zu einem Kahn zusammensetzte. Dann habe ich gesehen, wie es sich selber ein Paddel und ein Segel suchte. Ich habe mich gefreut, dass ich euch auf dem anderen Ufer nicht länger in Verlegenheit lassen muss und bin in den Kahn gesprungen. Der Kahn hat mich dann ganz von selber hierher gebracht…
Der Dehrianhänger (der Diskussionsteilnehmer, der nicht an Gott glaubte) und die Zuhörer konnten diesen Worten keinen Sinn abgewinnen. Der Diskussionsteilnehmer, der den Naturalismus vertrat und behauptete, dass alles in der Natur vorhanden sei, sagte, dass dieses Ereignis wie es erzählt worden war, nicht stattgefunden haben könne.
Der große Geistliche hatte darauf wohl nur gewartet…
Mit einem Lächeln spricht er: „Wenn Sie nicht akzeptieren können, dass ein kleiner Kahn ganz von selber entstehen kann, ohne einen Baumeister oder Künstler, der ihn erschafft, wie können Sie dann glauben, dass das gesamte Universum oder ihr eigener Körper ohne einen Baumeister, ohne einen Schöpfer entstanden sein kann? Das Universum ist nicht aus dem Universum entstanden, es ist ein Werk Gottes“. Während die Belege dafür offensichtlich sind, wie kann man dann die Existenz Gottes und was damit zusammenhängt bestreiten und es ist überflüssig, eine Diskussion darüber anzustrengen.

Abdülkadir Geylani
Abdülkadir Geylani hat im 11. Jahrhundert gelebt und wie die anderen großen Islamgelehrten den Gottesbeweisen einen wichtigen Stellenwert eingeräumt. In seinen Werken rief er den Menschen dazu auf, über die Beweise Gottes nachzudenken. In seinem Werk „Die Gabe Gottes“ beschreibt er die Gottesbeweise folgendermaßen:
Hört meine Kinder! In jedem kleinsten Teil der Schöpfung liegt Gottes schöne Kunst verborgen. Jedes einzelne dieser schönen Kunstwerke ist ein Beweis für den Gott. Jeder, der diese Beweise zusammenführt, kann zum Gott finden. Tauche ein in die tiefsten Gedanken. Wenn du in den Tiefen deiner Gedanken auf die Wurzeln stößt, so wirst du aufsteigen und ihn verherrlichen.8


Bediüzzaman Said Nursi
Auch Bediüzzaman Said Nursi, der als Erneuerer des vergangen Jahrhunderts zählt, hat in seiner Sammlung Risale-i Nur, die als Qurandeutung gilt, an vielen Stellen die Bedeutung der Gottesbeweise hervorgehoben.
In einem Palast gibt es hunderte verschlossener Türen. Wenn man eine der Türen öffnet und den Palast betritt, so öffnen sich auch die übrigen Türen. Wenn alle Türen geöffnet sind, jedoch ein oder zwei sich schließen, so kann man nicht behaupten, dass man den Palast nicht betreten kann. Die Beweise des Glaubens (Gottesbeweise) sind genau solch ein Palast. Jeder einzelne Beweis ist ein Schlüssel. Er beweist und öffnet eine Tür. Wenn eine einzige Tür verschlossen bleibt, so verleugnet das nicht die Beweise des Glaubens oder lässt davon abkommen. Der Teufel hingeben zeigt auf die Türen, die aus verschiedenen Gründen - sei es Sorglosigkeit oder Unwissenheit – verschlossen geblieben sind und streicht alle Beweise aus dem Blickfeld. „Diesen Palast kann man nicht betreten. Vielleicht ist es auch kein Palast und im Inneren befindet sich gar nichts.“ Sagt er betrügerisch.9
In seinem Werk Mektubat (Briefe) geht Bediüzzaman insbesondere auf die Bedeutung der Gottesbeweise in unserer Zeit ein. Indem er lehrte, dass die meisten Islamgelehrten, würden sie in der heutigen Zeit leben, insbesondere auf die Gottesbeweise Bezug nehmen, sagt er, dass dies ein Weg sei, den Glauben der Menschen zu retten:
Imam-i Rabbani, ein Held aus der Reihe der Nakschi sagt im Mektubat folgendes: „Ich bevorzuge, dass ein Gottesbeweis geschieht anstelle von tausend Freuden, Ekstasen und Wundertaten.“ Außerdem soll er gesagt haben: „Der Punkt, an dem alle Wege zusammenlaufen, ist die Eröffnung der Gottesbeweise und deren Erscheinen…“ Daher hat der Weg der Nakschi drei Vorhänge: Der Erste ist der vorderste und größte: Ein Dienst, der direkt zu den Gottesbeweisen hin führt, so dass Imam-i Rabbani in seinen letzten Jahren diesem Weg gefolgt ist…
Wenn dem wirklich so ist, dann gehe ich davon aus, dass: Wenn Personen wie Scheich Abdülkadir-i Geylânî und Şâh-ı Nakşibend und Imâm-ı Rabbânî in dieser Zeit gelebt hätten, so hätten sie ihre gesamten Bemühungen auf die Glaubensbeweise und die Grundsätze des Islam hin verwendet. Denn dies ist der Wendepunkt des unendlichen Glücks. Wenn dort ein Mangel herrscht, so ist dies der Ursprung für ewiges Leid…10
In seinen weitern Schriften betont Meister Bediüzzaman die Bedeutung der Gottesbeweise folgendermaßen:
In dieser Zeit müssen die Gottesbeweise erstes Ziel, erste Pflicht und eigentlicher Zweck sein. Alles andere steht an zweiter, dritter oder vierter Stelle. Die erste Aufgabe des Risale-i Nur besteht im Dienste daran und dies sollte das Thema der Neugierde und das eigentliche Ziel sein… Weise oder auch Lehrer außerhalb des Risale-i Nur mögen aus Gründen, die mit ihrem politischen oder gesellschaftlichen Leben zu tun haben, die Gottesbeweise an zweiter oder dritter Stelle einordnen und diesen Strömungen ausgeliefert sein und vielleicht sogar beginnen, Gefallen an Heuchlern zu finden, die ihre Ideen teilen… Die wahren Schüler des Risale-i Nursi stehen in der Verpflichtung, die Glaubenswahrheiten, die wertvoll sind wie unsterbliche Diamanten zu erklären und ich denke, dass sie nicht dem Stillstand anheim fallen sollen, indem sie sich mit Themen abgeben, die einem herzlosen Schachspiel gleichen und ihr Verständnis durcheinander bringen. (Aus einer dem Türkischen angeglichenen Originalversion übersetzt)11
Außerdem steht in einer Schrift über das Leben Bediüzzamans folgendes über die Glaubenswahrheiten geschrieben:
Laut Bediüzzaman handelt es sich um eine Grundfrage: Der Mensch selber, die anderen Kreaturen, die Schöpfung und die Artgenossen, müssen als eine Achse des Glaubens aufgefasst werden. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, dies sicherzustellen… Diese Diagnose stellt Bediüzzaman und hat auch die Heilungsmethode entwickelt: Das ist die Quintessenz und die Zusammenfassung seiner Methode des „analytischen Glaubens“. Damit ist die Zeit gekommen, die Achse des „analytischen Glaubens" zu entwickeln und mit der Technologie des Zeitalters anzureichern und die Menschen damit großzuziehen. Der Weg dahin führt über die Bildung.12
In seinem Werk Tabiat Risalesi räumt Bediüzzaman den Glaubenswahrheiten einen besonders hohen Stellenwert ein. In Barla Lahikasi erklärt er, dass eine der wichtigsten Eigenschaften des Risale-i Nur in der Reflexion über die Glaubenswahrheiten bestünde und die Strömungen des „Materialismus und Naturalismus“ damit zum Schweigen gebracht werden sollten.
Und auf diese Art wurden die Inspiration, die Erbauung und die Tiefe des heiligen Quran ausgedrückt. Mit seinen Lektionen über Glaubensreflexion zeigt er, dass der Materialismus und Naturalismus eine Fusion derselben Fragen ist und legt dar, dass die Glaubensbeweise im materiellen Reich wiedergegeben und bewiesen werden. An den Schulen und Universitäten wird dieselbe Sache in den Naturwissenschaften gelehrt und zeigt als Beweis der Glaubenswahrheiten die Sonne. In viele Richtungen hat das Risale-i Nur in dieser Zeit versucht, die Gemeinschaft der Gläubigen und den Islam in den Vordergrund zu stellen und war ein Diamant in der Hand der Gläubigen. Die Glaubensbeweise sind der direkte Weg zum Quran und den Sternen, die sich in dessen Versen verbergen; in ihnen liegt die Einsicht des Jahrhunderts, die Erkenntnis und dieses Verständnis wird ausgedrückt und durch den Text wird dieses Bedürfnis befriedigt.13
Der Lehrmeister hat auch in einigen anderen seiner Werke die Aufmerksamkeit auf die Glaubenswahrheiten im Kosmos und den Lebewesen gezogen und gesagt, dass alles existente ein Beleg für die erhabene Macht Gottes ist. Einige andere Aussagen von Bediüzzaman in Bezug auf die Glaubenswahrheiten sind folgende:
Mensch, der du nach Freuden und Köstlichkeiten suchst! Ich habe mit siebzig Jahren tausende von Erfahrungen und Beweise und Begebenheiten verglichen und erfahren: Die wahre Freude und die Köstlichkeit ohne Leid und Lust ohne Gram und das Glück im Leben lässt sich ausschließlich im Glauben finden und findet sich innerhalb der Glaubenswahrheiten. Die weltlichen Köstlichkeiten sind voller Leid.14
Es ist unmöglich, dass ein Buch entsteht, in dem jedes Wort ein Buch und jeder Buchstabe eine Zeile in sich beinhaltet. Das Buch der Schöpfung ist mit der Existenz des Unendlichen verbunden.15
Kein bewusstes Wesen des Universums kann den Allmächtigen verleugnen, wenn die Schöpfung allerortens seine Existenz bezeugt... Würde es dies doch tun, so würde die gesamte Schöpfung teilnahmslos verbleiben und schweigen, damit dieses Lebewesen widerruft.16
So wie eine ganz gewöhnliche Maschine, durch ihren geregelten Ablauf von einem erfahrenen und umsichtigen Meister zeugt, weist jede einzelne der beseelten Maschinen, die das Universum bevölkern, tausende Wunder der Wissenschaft auf. Sicherlich zeigt das Glühwürmchen wenn es die Strahlen der Sonne in einem bestimmten Verhältnis wiedergibt, die Existenz einer meisterlichen und ewigen Kunst und gibt dieses auf die leuchtendste Art und Weise preis.17
Wenn schon ein einfaches Verb nicht ohne Aktivität sein kann. Ein Buch kann nicht ohne denjenigen entstehen, der die Feder führt. Eine kunstvolle Stickerei entsteht nicht ohne den Stickenden... Sicherlich gibt es auch einen Ausführenden für die Aufgaben, die das Universum anfüllen, und einen erstaunlichen Sticker, der jeweils von Neuem die Jahreszeiten erscheinen lässt, eine Schreiber für das Buch und einen Sticker.18
Es gibt drei große, universale Wege, zu unserem erhabenen Gott. Einer: Dieses Buch und die Schöpfung. Einer: Dieses Buch der Bücher, mit seinem Versen, die das letzte Wort des letzten Propheten darstellen. Eines sind die Deutungen des Quran.19
Erhebe dein Haupt, öffne deine Augen! Betrachte das Buch des Universums und du wirst erkennen: Den eindeutigen Stempel Dessen, Der über diesem Kosmos steht und Dessen Größe im Verhältnis dazu.20
Alle Früchte und die darin befindlichen Samen sind einzeln für sich genommen ein Wunder des großen Schöpfers, ein Wunderwerk seiner Weisheit und Wissenschaft, ein Geschenk Seines weisen Erbarmens, ein materieller Beweis Seiner Einzigartigkeit, ein Wunder Seiner göttlichen Schönheit, ein direkter Weg zu begreifen und die Weisheit zu erfassen. All dies wurde zu einem Zeichen und so wie dieser Baum sich vermehrt hat, so ist dies eine Art Zeichen und Eins mit der Einheit Gottes. Sie ziehen den Blick auf sich.21
Wenn dein Verstand nicht im Gram über Nichtigkeiten ertränkt ist, so wirst du verstehen: Jedes einzelne Wort der Weisheit, wie beispielsweise die Honigbiene, stellt vielmehr eine Art Inhaltsverzeichnis dar. Und eine Buchseite, beispielsweise der Mensch, schreibt noch viel mehr in das Buch des Kosmos ein. Ein einziger Punkt, beispielsweise der Kern einer Feige, enthält das gesamte Programm für einen riesigen Feigenbaum. In einem einzigen Buchstaben lassen sich sämtliche Spuren des menschlichen Herzens finden und was den Raum einer einzigen Linse einnimmt, vermag das Buch der Menschheit zu schreiben. Alles dies trägt eindeutig den Stempel des Allmächtigen und Herrschers über den Kosmos.22

Mehmed Zahid Kotku
Mehmet Zahid Kotku hat von 1897 bis 1980 gelebt. Zu seinen Lebzeiten war er mit seinen Weisheiten, seinen Lehren und seiner Hilfe beim Verständnis des Quran den Menschen ein Anführer. Der Quran war für ihn selber eine Anleitung und er versuchte, ihn zu erläutern. Er erklärte den Menschen die Glaubensbeweise, die einen direkten Beweis für die Existenz Gottes darstellen. In seinem Werken gibt er Beispiele für Glaubenswahrheiten und drückt deren Bedeutung folgendermaßen aus:
Für ein denkendes Volk gibt es für die Existenz und Einheit des Allmächtigen, wenn es über die Himmel und die Erde reflektiert, unzählige Belege und Anzeichen. Aufgrund dessen besteht kein Zweifel, dass es ein Mittel ist, sich zum Allerhöchsten zu wenden, indem man immer wieder die Himmel und die Erde betrachtet und von dort Beispiel und Inspiration sucht.23
Können wir schätzen, wie viele von Gottes Geschöpfen auf der Erde, im Himmel, im Meer, in der Luft leben, welcher Art und Anzahl sie sind? Niemand außer unserem erhabenen Schöpfer Gott kann dies ahnen. Wenn ein einzelner Keimerreger uns so in Furcht versetzen kann und ein so kleines Ding, dass es mit bloßem Auge nicht erkennbar ist, den Menschen, das Tier oder sogar die Früchte vernichten kann und wir dem ausgeliefert sind, so reicht das nicht als Beweis für die Existenz des Höchsten Allmächtigen aus? Wie kommt es, dass dieses winzige Lebewesen einen riesigen Menschen zu Boden zwingt, ihn letztlich bis zum Tode in die Knie zwingt? Für einen denkenden Menschen enthält dies sicherlich eine tiefe Lehre.24
Wie sich gezeigt hat, waren die Glaubenswahrheiten zu jeder Zeit für die islamischen Weisen Grundbestandteil ihrer Überlegungen und im Vordergrund. Aus ihren Werken und Aussagen erläutert sich, dass islamische Weise intensiv und nachhaltig über die Glaubenswahrheiten reflektieren. Diese Reflexionen teilen sie auch den anderen Menschen mit und rufen dazu auf, die Beweise für die Existenz Gottes zu begreifen und über Gottes Eigenschaften nachzudenken.
Diese Art der Reflexion sollte uns zum Beispiel gereichen und wir sollten alle wissenschaftlichen und technologischen Möglichkeiten, welche uns das neue Zeitalter bietet, ausnutzen, um mehr über die Glaubenswahrheiten zu lernen, zu erfahren und zu kommentieren.




KAPITEL 4:

DIE EFFEKTIVSTE LÖSUNG GEGEN DIE
IRRUNGEN UNSERES ZEITALTERS: GLAUBENSWAHRHEITEN


Unser Jahrhundert hat im Vergleich zu den vorhergehenden in Bezug auf die Auflehnung gegen und die Abkehrung von der Religion das höchste Niveau erreicht. Es handelt sich um eine Zeit, in der breite Massen die Existenz Gottes und die Wahrheit der Schöpfung verleugnen.
Bis zum 19. Jahrhundert wurden sowohl im Westen als auch im Osten Religionslosigkeit und Atheismus nur von einigen marginalen Gruppierungen oder Personen verteidigt. Doch im 19. Jahrhundert wurden systematische und geplante Propagandamechanismen verwendet, um dieses Gedankengut auf die breite Masse zu übertragen. Noch immer wird diese Propaganda fortgesetzt und findet ihren Ursprung in Gruppierungen, die eine materialistische Ideologie und Weltsicht vertreten. Die von Seiten der genannten Gruppierungen lancierte atheistische Propaganda, die daraus entwickelte Wissenschaft und Technologie, verbreitete sich über die Medien und andere Kommunikationsmittel bis in die kleinsten Zellen der Gesellschaft.
Eine der effektivsten Lösungen gegen diese große Täuschung unseres Zeitalters stellt die Erläuterung der Glaubensweisheiten an die Menschen dar. Bevor wir dies betrachten, wollen wir zuerst einen kurzen Blick auf die materialistische Denkweise und die Aussagen der Evolutionstheorie werfen.
Der Aufruhr unseres Zeitalters: „Das materialistische Gedankengut – die Evolutionstheorie“
Heutzutage wurde gegen die Existenz Gottes und seine Schöpfung der Kampf angesagt und eine der größten und am weitesten verbreiteten Strömungen in dieser Richtung stellt die materialistische Philosophie dar. Eine der Grundfesten, auf welche sich diese Philosophie stützt und die ihren so genannten wissenschaftlichen Grundstock darstellt, besteht in der „Evolutionstheorie“. Diese Irreführung beruht auf keinerlei wissenschaftlichem oder logischem Beweis, liegt vollkommen außerhalb der Erkenntnisse von Verstand oder Wissenschaft und wird auf unterschiedlichen wegen der Propaganda, Irreführung und Betrügerei weltweit von bestimmten materialistischen Gruppierungen auf die Massen angesetzt. Die wichtigste Geistesströmung, die heute weltweit den Glauben an Gott vernichtet und den Menschen zu Atheisten macht, ist die Evolutionstheorie, mit anderen Worten der Darwinismus.
Der berühmte atheistische Evolutionist Prof. Richard Dawkins hat dieses Thema folgendermaßen zusammengefasst: „Vor Darwin war es nicht möglich, auf wissenschaftlicher Grundlage zum Atheisten zu werden. Darwin hat uns diese Möglichkeit eingeräumt."
Heutzutage gibt es dank der Presse und des Fernsehens kaum ein Haus, kaum einen Menschen, der noch nicht von der Evolutionstheorie gehört hat. Das gilt für die gesamte westliche Welt genauso wie für die Türkei und sogar auch die übrigen muslimischen Länder. Diese Theorie hat bereits Eingang in die Lehrbücher gefunden und beeinflusst mit ihren unzähligen Lügen und Augenwischereien die Menschen bereits ab dem Kindesalter und führt sie mit Trugschlüssen, dass sie beispielsweise durch Zufall entstanden seien oder eine Art Affen seien, in die Irre. Von der Grundschule bis an die Universitäten wird mittels dieser Evolutionslügen Gehirnwäsche an der Gesellschaft betrieben.
Der Ausspruch unseres Propheten „Es wird ein Tumult entstehen, dem sich niemand entziehen kann und dieser Tumult wird sich überallhin ausbreiten “ 25 könnte darauf hinweisen. Und in der Tat hat sich der Irrglauben der Evolutionstheorie durch die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie (Presse, Verlag, Internet, Satellitenkommunikation usw.) so weit verbreiten können. Bis heute haben wir noch kein vergleichbares Glaubenssystem erlebt, das den Glauben dergestalt verleugnet, sich weltweit so weit verbreitet hat und einen Krieg gegen die Existenz Gottes, Seine Schöpfung und die Religion eröffnet hat.
Aus all diesen Gründen ist es offensichtlich, dass der Darwinismus und alle Ideologien, die diesen unterstützen, heutzutage der größte Feind des Glaubens sind. Wenn wir das Thema etwas differenzierter betrachten, ist der Darwinismus im Grunde genommen eine der größten Kulturquellen außerhalb von Religion und Moral. Der Druck, der heute auf Muslime ausgeübt wird, der Unglaube, die Unmoral, die sich wie eine Lawine ausbreitet und die Degenerierung der Gesellschaft, finden ihre Wurzel im Darwinismus.

Die Wurzel verdrehter Wertvorstellungen:
„Der Darwinismus“
Die Evolutionstheorie verteidigt die irrige These, dass „die Lebewesen aus Zufall heraus entstanden sind und sich dank des Kampfs ums Überleben weiterentwickelt haben." Daher ist eine der wichtigsten Suggestionen, die Darwin dem Menschen gegeben hat, dass „Du niemandem gegenüber verantwortlich bist, du dein Leben dem Zufall verdankst, den Kampf ums Überleben führen musst und falls nötig andere unterdrücken und dass diese Welt eine Welt des Konfliktes und der Interessen ist“. Die Botschaft, die Darwin mit biologischen Umschreibungen wie „Natürliche Auslese“, „Kampf ums Überleben", „Überleben des Stärksten" an die Gesellschaft geliefert hat, besteht genau in diesen Suggestionen.
Um zu sehen, wie effektiv diese sind, reicht ein Blick auf die Wertvorstellungen der Gesellschaft aus. Wenn wir heute die Gesellschaft betrachten sehen wir, dass die meisten Menschen nur das irdische Leben vor Augen haben, einen guten Beruf erlernen möchten, Waren, Güter und Geld haben, sich vergnügen und dergestalt danach streben „Sieger im Kampf ums Überleben“ sein. Insbesondere in der Jugend sind luxuriöse Häuser und Autos und grenzenlos Geld ausgeben zu einem der größten Ideale geworden. Bei so einer Lebensauffassung wird nicht hinterfragt, warum es den Menschen gibt und über die Existenz Gottes wird überhaupt nicht nachgedacht. Sie leben, als hätte Gott sie nicht erschaffen, fast so als hätten sie sich selber erschaffen und hätten keinerlei Verantwortung gegenüber Gott. Die meisten dieser Menschen wissen nichts von den Aussagen der Evolutionstheorie oder den Ideen Darwins. Doch sie betrachten das Leben aus dem Blickwinkel der darwinistischen Logik heraus, der sie ausgesetzt waren.
Grund dafür ist die „geheime darwinistische Suggestion“. Auch wenn der Name dies nicht deutlich macht, so ist der Darwinismus aufgrund der von einigen Gruppierungen lancierten Suggestionen zu einem allgemeinen Moralverständnis innerhalb der Gesellschaft geworden.
Dieses Moralverständnis rät den Menschen egoistisch, berechnend, unbarmherzig und herzlos zu sein. Tugenden wie Barmherzigkeit, Güte, Opferbereitschaft und Demut werden vernichtet und dies dann als eine Tatsache entsprechend der „Gesetze des Lebens“ dargestellt. Es ist offensichtlich, dass eine so herzlose Auffassung die Welt zerstört.
Diejenigen, die unter den Einfluss dieser gottlosen Auffassung geraten sind nehmen an, dass der Darwinismus eine wissenschaftliche Tatsache ist und glauben blind daran. Sie betrachten den wahren Glauben als „traditionellen Glauben, der im Volk verbreitet ist“. Dabei verkündet der Quran, dass die Leugner auf die Frage „Was hat euer Herr herabgesandt?“ „Fabeln aus alter Zeit“ (Sure an-Nahl, 24) geantwortet haben.
Dabei hat die wahre Religion, also der Islam, mit Tradition nichts gemeinsam, sondern ist eine offene und offensichtliche Wahrheit. Der Mensch muss sich zu Gott, Der ihn erschaffen hat, hinwenden und sich Ihm zuwenden. Doch diejenigen, die durch den Darwinismus verführt wurden oder unter dem Einfluss dieser Religion stehen, sind so unbewusst, dass sie diese Wahrheit nicht begreifen können. Um diese leugnerische Religion zu vernichten und den Vorhang von der Gesellschaft weg zu schieben, müssen die wissenschaftlichen Methoden des Darwinismus und der materialistischen Philosophie niedergerissen werden. Und genau hier tritt die Bedeutung der Glaubenswahrheiten hervor.

Die effektivste Methode:
„Die Glaubenswahrheiten“
Die effektivste Lösung gegen die Evolutionstheorie, laut der alles auf Erden, einschließlich des Menschen, sich durch Zufall entwickelt haben soll, besteht darin zu verstehen, dass Gott das Universum erschaffen hat und alles kontrolliert und die Beweise dafür in den Glaubenswahrheiten liegen und dies den Menschen zu vermitteln. Denn die Glaubensbeweise vernichten die Logik des „Zufalls“ der Evolutionisten komplett und zeigen, dass es einen Schöpfer gibt, indem sie den Blick auf die erhabene und unvergleichliche Schöpfung Gottes lenken.
Ein Beispiel: Das Auge ist eine der Glaubenswahrheiten, die einen Beweis für die Schöpfung darstellen und seit Darwin die Evolutionisten in eine Sackgasse führen und zu der Aussage „Wenn ich an die Augen denke, so bringt mich das von der Evolutionstheorie ab" verleiten. Wenn man den Aufbau und die Funktionsweise des Auges betrachtet, so erkennt man leicht, warum die Evolutionisten davor zu entfliehen versuchen. Das Auge hat einen sehr detaillierten Aufbau, der aus verschiedenen Organen und Bereichen besteht. Es verfügt über erstaunliche und höchst komplexe Fähigkeiten. Diese ergeben sich aus den unterschiedlichen Organen und Bereichen innerhalb des Auges, die alle zusammenarbeiten. Falls ein einziges Teil fehlt, könnte das Auge seine Funktion nicht mehr wahrnehmen. Daraus ergibt sich für die Evolution eine Sackgasse. Denn die Evolution behauptet, dass alle bestehenden Organe sich mit der Zeit ganz von selber entwickelt haben. Das Auge kann nur dann problemlos funktionieren, wenn alle Organe fehlerfrei und vollständig gleichzeitig existieren und ihrer Aufgabe nachkommen. Dieser Zustand kann niemals während einer auf Zufall basierenden Zeitspanne entstanden sein.
Ein Auge, das keine Tränenflüssigkeit produziert, trocknet innerhalb kürzester Frist aus und wird blind. Noch dazu schützen die Tränen aufgrund ihrer antiseptischen Eigenschaft das Auge vor Keimen. Die Evolutionisten wollen die Frage, wie ein Auge, das innerhalb weniger Stunden ohne Tränenflüssigkeit austrocknen würde, sich über Millionen von Jahren halten kann, bis die Tränendrüsen entwickelt sind, nicht aufkommen lassen. Darüber hinaus braucht ein Auge, um seine Funktion erfüllen zu können, abgesehen von einem Körper mit allen Organen und Systemen eine Hornhaut, Iris, Pupille, Linse, Retina, Choroidea, Augenmuskeln, Augenlider und viele weitere Strukturen und Organe. Auch muss ein erstaunliches Nervennetz bestehen, wodurch die Verbindung zwischen Auge und Gehirn hergestellt wird und im Gehirn muss ein hoch komplexer Bereich für die Verarbeitung der visuellen Eindrücke existieren. Alles was wir hier aufgezählt haben, ist in sich so komplex und kompliziert strukturiert, dass es sich nicht aus Zufall entwickelt haben kann.
Wenn nur ein einziges dieser Körperteile, beispielsweise die Linse, fehlen würde, könnte das Auge seine Funktion nicht erfüllen. Selbst wenn nur Linse und Pupille ihren Platz getauscht hätten, könnte das Auge nicht sehen. Kurz gesagt, der Aufbau des Auges folgt einem sehr speziellen Plan. Nicht einmal ein einziges dieser Organe und Schichten könnte sich zufällig oder aus sich selber heraus entwickeln. Es gibt nur eine einzige logische Erklärung dafür, dass sie sich alle in einen großen Plan einfügen und gleichzeitig an dem für sie bestimmten Ort auftauchen. Gott, der über unendlichen Verstand und Macht verfügt, hat das Auge mit all seinen Bestandteilen erschaffen.
So können wir an diesem Beispiel für die Glaubenswahrheiten erkennen, dass es unmöglich wäre, dass sich auch nur ein einziges Auge aus Zufall entwickeln könnte. Davon, dass sich ein Lebewesen aus Zufall entwickelt, kann also keinesfalls die Rede sein. Es ist also offensichtlich, dass der Darwinismus seine Theorie auf aus der Luft gegriffene und absurde Ideen stützt.
Die Grundlage des Darwinismus ist also ein Moralverständnis, das auf eitlen Menschen, Leugnen und Religionslosigkeit beruht. Die Glaubenswahrheiten hingegen sind die Wahrheit und Gott selber. Deswegen wird es das eitle Ideensystem des Darwinismus vernichten, wenn die Glaubenswahrheiten allen Menschen erläutert und an sie verbreitet werden. Um es mit einem Ausdruck des Quran zu sagen, ihr Gehirn wird durcheinandergeschüttelt werden. Folgender Vers des Quran beschreibt dies mit diesem Ausdruck:

Aber nein! Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie, und siehe, da vergeht sie. Wehe aber euch wegen dessen, was ihr über (Ihn) aussagt. (Sure al-Anbiya, 18)

Der Vers drückt offen aus, dass eine eitle Idee, wenn die Wahrheit, die Beweise offen gelegt werden, ausgemerzt werden wird. So werden auch die Lügen und eitlen Versuchungen des Darwinismus verschwinden, wenn die Wahrheit in Form der Glaubenswahrheiten aufgedeckt und unter den Menschen verbreitet wird. Denn in der Wissenschaftswelt hat diese Phase bereits seit langem begonnen.

Die westliche Welt erkundet
von Neuem die Glaubenswahrheiten
Es gibt eine Vielzahl von Wissenschaftlern, die sich gegen die Evolutionstheorie stellen und dafür eintreten, dass diese überholt ist. Sie sind der Ansicht, dass kein Lebewesen, wie es die Evolutionstheorie aussagt, durch Zufall entstanden ist, sondern vielmehr von einer Existenz erschaffen wurde, die über Verstand und Bewusstsein verfügt. Die makellosen und empfindlichen Gleichgewichte im Universum, die komplexen Organe und Strukturen der Lebewesen oder auch die komplizierten Strukturen im Molekularaufbau bringen demnach die Aussage des „Zufalls“, wie sie die Materialisten treffen, zu Fall. Insbesondere innerhalb der vergangenen 20 Jahre wurden in dieser Richtung in der Fachwelt hunderte Bücher und Texte veröffentlicht und ebenso viele wissenschaftliche Konferenzen und Podiumsdiskussionen veranstaltet. Eine der Zeitschriften, die sich mit diesem Thema befasst, ist ein Wissenschaftsmagazin mit dem Titel Origins and Designs (Ursprünge und Gestaltung). In dieser Zeitschrift werden viele wissenschaftliche Tatsachen erläutert, welche die Evolutionstheorie zu Fall bringen. Ein weiteres Beispiel im Bezug auf das Thema ist Darwin's Black Box von Michael Behe, Professor für Biochemie. Es stammt aus einem Buch mit dem Titel The Biochemical Challange to Evolution.
Auf die Beweise, welche die genannten Wissenschaftler aufbringen, wurde zu keiner Zeit von Materialisten oder Darwinisten eine Antwort gegeben. Auf diese Art und Weise haben heutzutage viele Wissenschaftler, aber auch die Gesellschaft im Allgemeinen gemerkt, dass die Evolutionstheorie ein Betrug ist.
Die Glaubenswahrheiten waren noch zu Darwins Zeiten ein Teil des Grundverständnisses der westlichen Wissenschaften. Keppler, Newton, Cuvier, Linneaus und viele andere große Wissenschaftler haben die Welt untersucht, um „die Beweise für Gottes Existenz“ zu finden. Das Buch Natural Theology: or, Evidences of the Existence and Attributes of the Deity, Collected from the Appearances of Nature von einem Wissenschaftler namens William Paley, welches 1802 verfasst wurde, enthält eine Vielzahl von Glaubenswahrheiten. In der Einleitung dieses Buches wird eine Uhr als Beispiel genannt, die jemand bei einem Spaziergang auf einem Grundstück findet. So jemand würde nicht denken „diese Uhr wurde wahrscheinlich von der Natur aus Zufall hergestellt“ sondern davon ausgehen, dass jemand diese produziert hat. Es wird erläutert, dass jedes einzelne Organ eines Lebewesens um ein Vielfaches komplizierter ist als eine Uhr und dass dies die Existenz Gottes beweist.
Darwin hat sich diese Auffassung zum Ziel gemacht und versucht sie zu zerstören. Er hat behauptet, dass die Lebewesen keine „Gottesbeweise“ sind, sondern zufällig entstanden und die so genannte Natur über die Macht verfügen würde, Lebewesen existieren zu lassen. Der Grund, weshalb die Aussagen Darwins auf Resonanz stoßen konnten lag daran, dass zu dieser Zeit nicht bekannt war, wie komplex die Lebewesen strukturiert sind. Noch dazu waren noch nicht genügend Beobachtungen und Versuche über die Natur durchgeführt worden und daher wurde nicht erkannt, dass die Auswirkungen, die Darwin als „Evolutionsmechanismen der Natur“ bezeichnet hatte, in Wirklichkeit nicht den kleinsten Effekt hatten.
In den vergangenen rund 150 Jahren seit Darwin hat die westliche Wissenschaft die Tatsachen Stück für Stück herausgefunden und während versucht wurde den Darwinismus zu belegen zeigte sich, dass es sich dabei um eine große Irrung handelt. (Richard Dawkins, der fanatischste Verfechter des Darwinismus unserer Zeit und absoluter Atheist, hat in seinem Buch The Blind Watchmaker mit letzter Kraft versucht diese Theorie zu verteidigen, ist daran allerdings gescheitert.) Und die Wissenschaft hat bewiesen, dass Paley Recht hatte und jedes einzelne Lebewesen in der Tat „ein Gottesbeweis“ ist. Michael Behe beschreibt diese Tatsache in seinem Buch folgendermaßen:
Wer hätte Paleys Ansichten widersprechen können? Wie hätte die beschriebene Uhr entstehen können, wenn es Niemanden gegeben hätte, der sie erfunden hat? (...) In der Realität konnte Paley niemals widerlegt werden. Darwin oder Dawkins. Wissenschaft oder Philosophie: Auf keine Art konnte jemals erklärt werden, wie eine Uhr entstehen kann, ohne dass jemand sie gemacht hätte.26
Die Neuentdeckung der Gottesbeweise ist eine Entwicklung, die die gesamte Welt, einschließlich der Wissenschaft, extrem beeinflussen wird. Dadurch wird die materialistische Philosophie, welche die Welt seit anderthalb Jahrhunderten betrügt, zum Einsturz gebracht und die Menschen werden die Existenz Gottes erkennen. Sie werden ihr Leben nach Seiner Moral führen. Das Leid und die Katastrophen, welche der Unglaube über die Welt gebracht hat, werden verschwinden und eine wunderbare religiöse Ordnung die faschistischen, kommunistischen und kapitalistischen Ideologien, die vom Darwinismus unterstützt wurden, ablösen.
Damit all dies geschehen kann, müssen die Gottesbeweise studiert, verinnerlicht und in der gesamten Gesellschaft verbreitet werden. Die Gottesbeweise werden, wenn Gott es wünscht, die Betrügereien der Leugner und die verschleiernden Lügen verschlucken und so wie der Stab des Propheten Moses die Täuschungen des modernen Zeitalters vernichten.

Aber nein! Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie, und siehe, da vergeht sie. Wehe aber euch wegen dessen, was ihr über (Ihn) aussagt. (Sure al-Anbiya,18)

BEISPIELE FÜR GOTTESBEWEISE

Überall kann man auf Gottesbeweise treffen, sie erreichen uns über unsere fünf Sinne. Alles, egal ob groß oder klein, beseelt oder unbeseelt, kann uns den Weg zu seinem Schöpfer weisen. Das beweist, dass es unzählige Gottesbeweise gibt. Ein tief Gläubiger, der Gott noch näher sein möchte und eine noch höhere Stufe im Paradies zu erreichen sucht, wird sich danach streben, so viel Wissen wie möglich über die Gottesbeweise zu erlangen, über diese reflektieren, seinen Glauben zu festigen und die gewonnenen Erkenntnisse an seine Nächsten weiterzugeben. Durch diesen festen Glauben wird er dank Gottes Barmherzigkeit ein moralisches Leben führen.
Diejenigen, die während der Lektüre dieses Buches erkannt haben, wie wichtig die Gottesbeweise sind, werden versuchen noch mehr darüber in Erfahrung zu bringen und sich damit zu beschäftigen. Daher haben wir einen Teil dieses Buches einigen weinigen der abertausend Beispiele für Gottesbeweise, die sich im gesamten Universum befinden, gewidmet, um denjenigen eine Hilfestellung zu bieten, die begonnen haben, über dieses Thema nachzudenken.


BEISPIELE FÜR GLAUBENSBEWEISE
IN UNSEREM KÖRPER

Während sie diesen Text lesen, passieren gleichzeitig im Inneren ihres Körpers Millionen von Vorgängen. Dafür ist es nötig, dass berechnet wird, was jede einzelne Zelle in jedem Körperteil benötigt und welche Aufgaben zu erfüllen sind. Es müssen die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, damit die Zellen bekommen was sie brauchen und sie müssen darüber informiert werden, welche Aufgabe sie zu verrichten haben.
Damit Sie beispielsweise diese Zeilen lesen können, müssen die Zellen in ihren Augen mit Glukose versorgt werden. Dafür muss berechnet werden, wie viel Zucker sich in ihrem Blut befindet und ein System etabliert und im Körper aufgebaut werden, das den Zuckerspiegel konstant hält. Wie häufig in der Minute ihr Herz schlagen muss, der Anteil an Kalzium, das in den Knochen eingelagert wird, die Blutmenge, die pro Minute in die Nieren fließt und noch tausende ähnliche Details werden aufgrund der Planung und dem Kommunikationsnetz zwischen den Zellen berechnet und organisiert.
Nur ein einziges System in unserem Körper ist für die gesamte Organisation verantwortlich. Es handelt sich dabei um das Hormonsystem, welches dafür sorgt, dass 100 Trillionen Zellen aufeinander abgestimmt funktionieren und miteinander kommunizieren können. Zusammen mit dem Nervensystem sorgt das Hormonsystem für die Koordination der Zellen im Körper. Wenn wir das Nervensystem mit Nachrichten vergleichen, die via Internet verschickt werden, so ähnelt das Hormonsystem dem verschicken von Briefen per Post. Es ist langsamer, doch dafür über eine längere Zeitspanne wirksam. Wir wollen uns näher betrachten, welchen Einfluss das Hormonsystem für das Wachstum des Körpers hat.

Wie ist es möglich, dass das Wachstum unseres
Körpers im richtigen Verhältnis stattfindet?
Ein einjähriges Kind bringt das Doppelte seines Geburtsgewichtes auf die Waage und ist um 50% gewachsen. Über viele Jahre wird es weiter so schnell zunehmen und wachsen.
Dieses wunderbare Wachstum kann dank eines perfekten Nachrichtensystems zwischen den Zellen vonstatten gehen. Unser Körper wird durch ein chemisches Nachrichtensystem gesteuert. Die so genannten Hormone tragen die Befehle, die unser Überleben sichern, zwischen den Zellen hin und her. Dank dieser Nachrichten kann unser Körper im richtigen Verhältnis wachsen.

Das Wunder des Wachstums
Der Hypophysenlappen ist ein rosafarbenes Fleischteil, ungefähr in der Größe einer Haselnuss. Über ein Stielchen ist er mit der Hypothalamusregion unterhalb des Gehirns verbunden. Dank dieser Verbindung kann er direkt Befehle vom Hypothalamus entgegennehmen. Dementsprechend werden die notwendigen Hormone produziert und somit die Regulierungen, die vom Körper benötigt werden, vorgenommen.
Eine der Regulierungen, welche die Hypophyse im Körper durchführt, ist das Wachstum.
Das Wachstum innerhalb des menschlichen Körpers wird auf zwei verschiedene Arten verwirklicht. Eine davon besteht darin, dass bestimmte Zellen ihren Umfang vergrößern, die andere besteht in der Vermehrung der Zellen durch Teilung. Beide dieser Aufgaben werden mit Hilfe der Hormone gesteuert und verwirklicht.
Das Wachstumshormon, das vom Hypophysenlappen ausgeschüttet wird, ist in allen Körperzellen wirksam. Jede einzelne Zelle kennt die Bedeutung der Nachricht, die ihr vom Hypophysenlappen zugestellt wird. Wenn nötig ist wächst sie, wenn sie sich durch Teilung vermehren soll, teilt sie sich.
Das Herz eines Neugeborenen zum Beispiel ist rund ein Sechszehntel kleiner als das eines Erwachsenen. Dennoch ist die Gesamtanzahl der Zellen genauso groß wie bei einem ausgewachsenen Menschen. Während der Entwicklungszeit wirken die Wachstumshormone auf jede Zelle ein. So wächst jede einzelne Zelle so weit, wie ihr das Wachstumshormon befielt. So wächst auch das Herz zum Herzen eines Erwachsenen heran.
Die übrigen Zellen im Körper – beispielsweise die Muskel- und Knochenzellen – vermehren sich während der Wachstumsphase durch Teilung. Und wieder sind es die Hormone, die den Zellen sagen, wie häufig sie sich teilen müssen.
Es ist ein außerordentliches Wunder, dass das Wachstumshormon Einfluss auf sämtliche Körperzellen nimmt. Wenn einige Zellen dem Wachstumshormon folgen würden und andere Zellen hingegen sich widersetzten, so würde das zu einer Katastrophe führen. Was würde beispielsweise geschehen, wenn die Herzzellen gemäß der Anordnung des Hormons wachsen würden, nicht jedoch die Zellen im Brustkorb? Sicherlich würde das wachsende Herz in dem zu kleinen Brustkorb eingezwängt werden und der Mensch letztendlich sterben.
Oder wenn während des Wachstums des Nasenknochens die Hautschicht nicht weiter wachsen würde, würde der Knochen die Haut durchstoßen und nach außen durchdringen. Alle Muskeln, Knochen, Haut und Organe im Körper wachsen aufeinander abgestimmt. Diese makellose Anpassung wird dadurch ermöglicht, dass jede einzelne Zelle sich dem Wachstumshormon unterordnet.
Daher müssen wir folgende Frage stellen:
Wie kommt es, dass der Hypophysenlappen die notwendige Formel für das Wachstum oder die Teilung der Zellen kennt? Das ist eine wundersame Tatsache. Denn ein Stück Fleisch in der Größe einer Haselnuss verwaltet alle Zellen im Körper und kann für deren Wachstum oder Teilung sorgen.
Und genau an diesem Punkt wird die Perfektion und Makellosigkeit in Gottes Schöpfung ein weiteres Mal offensichtlich. Die Zellen auf einem kleinen Gebiet sorgen dafür, dass Trillionen von Zellen sich geordnet teilen und wachsen. Dabei ist es nicht möglich, dass diese Zellen den menschlichen Körper von außen betrachten können und wissen können, wie weit der Körper weiter wachsen muss, welches Stadium erreicht wurde und wann Zeit ist aufzuhören. Diese unbewussten Zellen befinden sich im Dunkel des Körpers und produzieren das Wachstumshormon ohne zu wissen, was sie tun. Noch dazu hören sie mit der Produktion auf, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Alle Einzelheiten und die miteinander in Zusammenhang stehenden empfindlichen Gleichgewichte, die bisher über die Wachstumshormone erklärt wurden, zeugen von einer einzigen Wahrheit: Der Mensch wurde mit einem Mal auf makellose Art und Weise von Gott erschaffen. Im Quran weist Gott auf seine Erhabenheit über seine eigene Schöpfung folgendermaßen hin:

Er ist Gott, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise. (Sure al-Haschr, 24)

Die Überwacher: Enzyme
Während jeder Sekunde laufen innerhalb eines Körpers unzählige Prozesse ab. Diese Vorgänge sind so komplex, dass zu jedem Zeitpunkt ein „Überwacher" nötig ist, welcher kontrolliert, für Ordnung und Geschwindigkeit sorgt. Und diese Rolle übernehmen die Enzyme.
In jeder lebendigen Zelle gibt es tausende Überwacher, von denen jeder einzelne eine spezielle Aufgabe erfüllt, wie Hilfe bei dem Kopieren der DNS, die Aufspaltung von Nährstoffen, die Produktion von Energie aus Nährstoffen oder dafür zu sorgen, dass einfache Moleküle aufgereiht werden.
Und diese Überwacher sind die Enzyme. Sie sind verantwortlich für die Ordnung innerhalb des Körpers.
Die Enzyme produzieren innerhalb der Zelle Mitochondrien. Zum Großteil bestehen sie aus Proteinen, der Rest setzt sind aus Vitaminen und vitaminähnlichen Stoffen zusammen. Würde es diese Enzyme nicht geben, würde keine einzige Funktion durchgeführt werden können, oder zumindest verlangsamt werden und zum Stillstand kommen und das ungeachtet dessen, wie kompliziert oder einfach der Vorgang ist. In jedem Fall könnte sich nichts verändern und der Tot eintreten. Wir könnten nicht atmen, nicht essen, nicht verdauern, nicht sehen und nicht sprechen. Kurz gesagt, wir könnten nicht leben.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Enzyme gehört es eine Vielzahl von chemischen Reaktionen im Körper in Gang zu setzen, zu beschleunigen oder zu bremsen. Während die Körperzellen ihren Aufgaben nachkommen, müssen in ihrem Inneren die nötigen chemischen Reaktionen durchgeführt werden. Damit diese begonnen werden können, braucht es hohe Temperaturen. Diese hohe Temperatur ist für die Zellen lebensgefährlich und kann ihr Absterben verursachen. Genau dieses Problem lösen die Enzyme.
Die Enzyme setzen die chemische Reaktion in Gang oder beschleunigen sie, ohne dass dafür eine hohe Temperatur benötigt wird, doch sie schalten sich nicht selber in die Reaktion ein. Beispielsweise verdanken wir es einem Enzym, welches damit betraut ist unser Blut zu reinigen, während wir atmen, dass wir nicht ersticken. Denn ein Enzym ist dafür verantwortlich, dass die Reinigung vom Karbondioxid zehn Millionen Mal schneller durchgeführt wird. Bei dieser Geschwindigkeit sind die Enzyme in der Lage, innerhalb von einer Minute 36 Millionen Moleküle zu verändern.27

Woher wissen die Enzyme, was im Körper
vorhanden ist und was zur Neige geht?
Die Enzyme sind dafür verantwortlich, dass die lebenswichtigen Reaktionen so schnell wie möglich durchgeführt werden, gleichzeitig aber auch dafür, dass die geringste Energie aufgewendet werden muss. Wenn wir uns den menschlichen Körper als eine Fabrik vorstellen und die Enzyme als Fertigungsmittel darin, so kann sich die Fabrik auf keine Energiequelle verlassen. Denn der Energiebedarf einer solchen Fabrik, in der mehr als Trillionen Maschinen rund 2000-fach unterschiedlicher Art arbeiten, ist bei einer solchen Geschwindigkeit extrem hoch. Außerdem muss man, wenn man auch die einfachste Reaktion einer Zelle in einem Labor nachstellen möchte, extrem viel Wärme und Energie zuführen.
Doch die still in den Zellen wirkenden Enzyme erledigen alle ihre Aufgaben mit Hilfe der Körpertemperatur und der zugeführten Nahrung ohne Abweichung. Lediglich diese Eigenschaft reicht aus, um zu sehen, dass die Enzyme als begabte Helfer geschaffen wurden, die alle Ereignisse im Körper fehlerlos und besonders pragmatisch erledigen sollen. Während sie dieses Buch lesen, sind an vielen Stellen ihres Körpers verschiedene Enzyme damit beschäftigt, die unterschiedlichen Reaktionen innerhalb ihres Körpers zu kontrollieren und so zu beschleunigen, dass das Überleben der Zellen gesichert ist. Der Mensch selber kann nicht wissen, was in seinem Körper noch zur Verfügung steht und was zur Neige geht; es sind die Enzyme, die darüber informiert sind und diese Vorgänge mit größter Sorgfalt bearbeiten. Außerdem hat jedes Enzym die Aufgabe, bestimmte chemische Vorgänge im Körper zu beschleunigen. Kein Enzym kann die Aufgabe eines anderen übernehmen oder von seiner eigenen Aufgabe abkommen. Denn jedes einzelne ist entsprechend seines Auftrags gestaltet.
Während beispielsweise ein großer Teil der Enzyme in neutraler Umgebung wirksam ist, können die Magenenzyme, deren Aufgabe das Verdauen von Nahrung ist, nur in einer säurehaltigen Umgebung effektiv werden.

Warum können die Enzyme nicht alle Reaktionen im Körper,
sondern nur eine bestimmte Reaktion auslösen?
Die Form eines entsprechenden Enzyms passt genau zu dem Stoff, auf den es wirksam ist. Das Enzym und der entsprechende Wirksamkeitsbereich passen in einer detaillierten dreidimensionalen Darstellung zueinander, wie ein Schlüssel ins Schloss. Es ist ein sehr bewusster Vorgang im Inneren des Körpers, wenn die Enzyme sich die Stoffe, auf die sie wirksam sind, suchen und damit eine Verbindung eingehen. Darüber hinaus befinden sich die Enzyme in jedem Bereich des Körpers und gleichen Jägern auf der Lauer nach Beute, wenn sie auf Stoffe warten, die für sie passend sind. Sie alle befinden sich an dem Ort, der für sie entsprechend ihrer Eigenschaften am meisten geeignet ist. Die Enzyme meiden jede Umgebung, in der sie beschädigt werden oder ihre Wirkung verlieren könnten. Ein anderes Thema, das des Nachdenkens wert ist, ist die Verantwortung, die sie übernehmen, wenn sie Reaktionen beginnen oder beschleunigen.
Die Enzyme setzten beständig alle Reaktionen innerhalb des Körpers in Gang oder beschleunigen diese, wenn kein Faktor besteht, der sie aufhält. Das ist auch der Grund, warum von einem bestimmten Protein mehr produziert wird als benötigt oder das Gleichgewicht in einer Zelle gestört ist. Die Zelle organisiert die Aktivitäten der Enzyme. Wenn die Zelle bestimmt, dass das Enzym gebremst werden muss, so folgt sie einem erhabenen Bewusstsein und Plan. Es wird ein Stoff ausgesendet, der dem Stoff gleicht, mit dem sich das Enzym normalerweise verbindet und das Enzym geht auch damit die Verbindung ein. Daher wird das Enzym für eine Weile „aufgehalten“ und verhindert, dass es unnötig aktiv wird. Doch dafür müssen die nachgeahmten Stoffe mit den eigentlichen Stoffen, auf welche das Enzym geeicht ist, konkurrieren. Daher bezeichnet man diese Art von Verhinderung als „competitive inhibitation" (wettbewerbsbetonte Verhinderung). Die Reaktion, die aufgrund des Enzyms auftritt, wird durch diese Hinhaltestrategie so lange aufrechterhalten, bis ein bestimmtes Mindestniveau erreicht ist.
Natürlich ist das, was zuvor beschrieben wurde nichts, was mit einem Mal Lesen abgehakt werden kann. Zuerst sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass es keine ausgebildeten, verantwortungsbewussten Menschen sind, welche die oben aufgeführten Berechnungen durchführen, Entscheidungen fällen, Pläne durchführen, sondern Proteine, Fette, Karbonhydrate und Vitamine, die sich aus unbelebten Atomen zusammensetzen. Es wird ein überaus intelligenter Plan durchgeführt, wenn in der Zelle die Bestände kontrolliert werden, festgestellt wird, wie viel von einem bestimmten Stoff produziert wurde oder beschlossen wird, die Produktion für eine Weile zu unterbrechen.
Es ist auch eine sehr bewusste Aktion, wenn ein Täuschungsstoff produziert und ausgeschüttet wird, um das Enzym in der Zelle zu stoppen. Denn wenn diese Täuschungsstoffe immer zur Verfügung stehen würden, dann würde auch im Notfall die Produktion der Enzyme behindert werden. Doch die Zellen haben immer das passende Timing. Dass so organisiertes, intelligentes und auf Wissen basierendes Verhalten von so kleinen Molekülen, die man mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann, durchgeführt werden kann, ist ein Zeichen für die Erhabenheit von Gottes Schöpfung. Es ist eine offensichtliche Tatsache, dass alle diese Existenzen auf Befehl Gottes handeln.

Härchen zur Fortbewegung der Zellen
Ein weiterer Gottesbeweis in unserer direkten Nähe, innerhalb unseres Körpers, sind die Härchen, deren einzige Aufgabe darin besteht, den Zellen zur Fortbewegung zu verhelfen.
Einige Zellen können sich dank kleiner Härchen, die Wimpern ähneln, bewegen. So hat jede feste Zelle im Atmungssystem ein Schwimmhärchen. Wie bei einem Boot bewegen sich diese Härchen gleichzeitig und bewegen so die Zelle fort.
-Wenn man eines dieser Härchen entfernt sieht man, dass es aus einer Struktur besteht, die sich aus neun einzelnen Stängelchen (Mikrochips) zusammensetzt.
-Aus diesen Stängelchen werden zwei Kreise gebildet, die als Mikrofilament bezeichnet werden.
-Einer dieser Ringe besteht aus 13 unterschiedlichen Fasern, der andere aus 10.
-Die Mikrotubuli entstehen aus einem Protein, das man als Tubulin bezeichnet.
-Die Mikrotubuli verfügen über zwei Verlängerungen, einem Protein, das als „Dynein“ bezeichnet wird. Die Aufgabe des Proteins Dynein besteht darin, als Kurier zwischen den Zellen zu fungieren und eine mechanische Kraft zu erwirken.
-Die Moleküle, aus welchen sich das Tubulin zusammensetzt werden wie Ziegelsteine aufeinander gereiht und bilden einen Zylinder. Doch die Anordnung des Tubulins ist bei weitem komplexer als die von Ziegelsteinen.
-Zwischen den Härchen befindet sich ein weiteres Mikrofilament. Diese setzten sich aus dem Ring zusammen, der aus 13 Tubulins besteht.
- Jedes einzelne Tubulin verfügt an seiner Oberseite über zehn kurze Ausgänge, unten befinden sich zehn Zugänge. Diese Zu- und Ausgänge sind so erschaffen, dass sie ineinander passen. So bilden sie eine sehr stabile Struktur. Würde in dieser ganz speziellen Anordnung auch nur ein kleinster Fehler auftreten, würde dies die gesamte Zellstruktur verletzen.
Dies ist ein sehr kurzer Auszug über die Besonderheiten dieser Härchen. Diese Teilchen gehören zu einem einzigen dieser Härchen und ihre einzige Aufgabe besteht darin, eine einzige der Billionen von Zellen in unserem Körper zu bewegen. Solch ein umfassendes System befindet sich in jedem Atmungsapparat, heute ebenso wie zum Anbeginn der Menschheit in jeder Zelle. Darüber hinaus ist dieses komplexe und aus vielen Bestandteilen zusammengesetzte System so klein, dass es mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist und verfügt darüber hinaus sogar noch über diese winzig kleinen Härchen.
Kurz gesagt hat Gott an einen Ort, der so klein ist, dass wir ihn mit unseren Augen nicht ausmachen können, einen höchst systematischen und komplexen Mechanismus platziert. Es ist mit Sicherheit unmöglich, dass eine Reihe von Zufällen sich überlegen kann, eine Zelle zu bewegen und ein entsprechendes System zu finden und auf so geringem Raum unterzubringen. So etwas ist ausschließlich aufgrund des endlosen Verstandes, der Weisheit und Macht Gottes möglich.

Gehirnzellen, die wie ein Anästhesist vorgehen
Die Knochen sind so angelegt, dass sie an besonders dünnen Stellen unter Druck brechen, damit die übrigen Knochen und Organe des Körpers nicht verletzt werden. Der Körper verfügt über ein intensives Maßnahmenpaket für einen Knochen, der unter starkem Druck bricht. Eine dieser Maßnahmen besteht in einer Flüssigkeit namens Endorphin, die während des Bruchs die Schmerzen verringert.
Die Nerven, die für die Weiterleitung von Schmerz verantwortlich sind, leiten über das Rückrat während des Bruchs viele Signale an das Gehirn weiter. Die Gehirnzellen beginnen mit der Versorgung eines natürlichen Narkosemittels, das dem Morphin gleicht und die Schmerzsignale während der ersten 10-15 Minuten fast vollständig verdrängt. Das verschafft der verwundeten Person Zeit um sich aus dem Gefahrenbereich zu entfernen oder Maßnahmen zu ergreifen.
Wo haben die unbewussten, unwissenden Zellen, die keine Hand, kein Auge und kein Gehirn haben, die Formel für das Endorphin, welches dem Morphium ähnelt, gelernt? Woher wissen sie, wann der Zeitpunkt für die Ausschüttung von Endorphin gekommen ist? Wie können sie die übrige Zeit entscheiden, dass es nicht produziert werden muss?
Es gibt noch einige weitere erstaunliche und perfekte Anordnungen im menschlichen Körper, welche einem fein durchdachten Plan folgen. Es ist Gott, Der den unbewussten Zellen den Verstand verleiht, diese Aufgaben durchzuführen.

Die makellosen Systeme im menschlichen Körper
beweisen die Macht Gottes
Die Speisen, die zur Verdauung vom Magen in den Darm weitergehen, sind mit einer hoch konzentrierten Säure versetzt. Diese Säureumgebung stellt für den Zwölffingerdarm eine große Gefahr dar, denn die Därme haben im Gegensatz zum Magen keine besondere Schicht, um sich davor zu schützen.
Wie kommt es dann, dass der Zwölffingerdarm von den Säuren nicht verletzt wird?
Wenn der Anteil an Säure in der Nahrung, welche den Zwölffingerdarm erreicht, zu hoch wird, sondern die Zellen in der Darmwand ein Hormon aus, das als „Sekretin“ bezeichnet wird. Das Sekretin vermischt sich mit dem Blut und erreicht die Bauchspeicheldrüse, an welche sie eine Warnung übermittelt. Um den Zwölffingerdarm vor der bestehenden Gefahr zu schützen, werden von der Bauchspeicheldrüse nun Bikarbonatmoleküle dorthin ausgeschickt. Dank dieser Moleküle wird die Magensäure neutralisiert und der Darm geschützt.
-Woher also wissen die Zellen im Darm, dass die benötigten „Bikarbonatmoleküle“ sich in der Bauchspeicheldrüse befinden?
-Woher kennt die Bauchspeicheldrüse die Formel für das Bikarbonat, welches die für den Zwölffingerdarm bedrohlichen Säuren neutralisiert und wie kann es dieses produzieren?
-Woher kann die Bauchspeicheldrüse die Gefahrennachricht aus dem Darm richtig einordnen?
Jeder Mensch mit Verstand kann sich vorstellen, dass eine Zelle nicht nachdenken, Entschlüsse oder Entscheidungen fällen kann und über die Besonderheiten eines anderen Organs bescheid weiß oder gar Formeln erfinden kann.
Der Schöpfer Gott hat die Zellen mitsamt ihren erhabenen Besonderheiten erschaffen. Durch die makellosen Vorgänge, die Gott innerhalb des menschlichen Körpers erschaffen hat, zeigt er die Unendlichkeit seiner Weisheit und Wissenschaft.
1 Gramm DNS-Molekül = 2 Trillionen CDs voll mit Informationen.
Ingenieure, die die Computer der Zukunft entwickeln, bewerten das menschliche Genom als einen Entwurf der „nicht zu lösen“ ist. Um den Grund hierfür zu verstehen, wollen wir einen kleinen Vergleich machen.
Jede einzelne der rund 100 Trillionen Zellen, die sich im menschlichen Körper befinden, verfügt in der DNS in ihrem Zellkern über sämtliche Informationen, die diese spezielle Person ausmachen. Die DNS hat eine solche Speicherkapazität für Informationen, dass dies mit dem Verstand kaum zu begreifen ist. So sehr, dass in einem DNS-Molekül mit einem Gramm Gewicht die Informationen von 1 Trillion CDs gespeichert sind.28 Wenn man bedenkt, dass auf einer CD hunderte Bücher gespeichert werden können, veranschaulicht das die Kapazität der DNS, die die Informationen von 1 Trillion CDs speichern kann.
Das Informationsspeichersystem der DNS konnte bis heute von Computeringenieuren nicht gelöst werden und ist ein Aufbau, den sie sich nicht einmal erträumen können.
Die DNS-Moleküle befinden sich ohne Ausnahme in jedem Menschen und jedem Tier von Beginn der ersten Schöpfung an. Wenn wir dies bedenken wird deutlich, was für eine erhabene Kreation wir sind.
Diese Atome, auf welchen auf so kleiner Fläche mit Hilfe eines Codierungssystems alle Informationen bezüglich des Aufbaus eines Lebewesens gespeichert sind, sind ein Zeichen für die die unvergleichliche Macht und den Verstand Gottes, dem Schöpfers aller Dinge.


BEISPIELE ZUR VERANSCHAULICHUNG
DER GLAUBENSBEWEISE

Der Bohrmechanismus des Eichelbohrers
Holz zu durchbohren ist nicht leicht. Diese Aufgabe, die kein Mensch ohne ein technisches Hilfsmittel vollbringen kann, erledigt ein kleiner Käfer sein Leben lang ohne Schwierigkeiten. Der Eichelbohrer trägt auf seinem Kopf eine Fühlerkeule, die länger ist als sein eigener Körper. Sein Leben ist an die Früchte der Eichen, die Eicheln gebunden. An der Spitze seiner Fühlerkeule hat der Käfer ein sehr kleines, aber scharfes Schneidgerät.
Normalerweise hält er es entlang seines Körpers, damit es ihn beim Laufen nicht behindert. Wenn er auf eine Eichel geklettert ist, dann senkt er seinen Rüssel darauf hinab. Dieser gleicht dann einer Bohrmaschine. Der Käfer legt seinen Rüssel auf der Eichel an. Indem er seinen Kopf schnell nach rechts und links bewegt, beginnt er ein Loch in die Eichel zu bohren. Der Kopf dieses Käfers ist für diese Aufgabe ideal gestaltet und zeigt eine unglaubliche Bewegungsfreiheit.
Während der Käfer so mit dem Bohren beschäftigt ist, kann er gleichzeitig mit dem Rüssel die Nahrung aus dem Inneren der Eichel aufnehmen. Doch den meisten Teil der Frucht wird er nicht anrühren, diesen behält er sich für seinen Nachwuchs vor. Wenn das Bohren abgeschlossen ist, legt der Käfer ein Ei in das entstandene Loch. Nachdem das Ei sich in dem von seiner Mutter hergestellten Kanal eingenistet hat, verpuppt es sich zu einer Larve. Die Larve beginnt die Eichel zu essen. Dadurch wächst sie und je mehr sie wächst, desto mehr isst sie. Je mehr die Larve von der Eichel gefressen hat, desto mehr Platz bietet sich ihr im Inneren.
So geht das weiter, bis die Eichel vom Baum fällt. Durch die Erschütterung und das Geräusch des Aufpralls, wenn die Eichel abgefallen ist, weiß die Larve, dass die Zeit zum Schlüpfen gekommen ist. Dank ihrer starken Zähne kann sie das Loch, welches ihre Mutter zuvor geschlagen hatte, vergrößern und nach draußen gelangen. Danach vergräbt sich die Larve als erstes in ein Loch, das ca. 25-30 cm unter dem Boden ist. Hier spinnt sie sich in ihren Kokon ein und wird so zwischen ein bis fünf Jahren warten. Wenn sie ganz ausgewachsen ist, wird sie an die Oberfläche kommen und selber eine Eichel anbohren. Die unterschiedliche Länge im Kokonstadium hängt mit dem Reifungsprozess der Eicheln zusammen.29
Dieses spannende Leben des Eichelbohrers bringt die Evolutionstheorie zu Fall und ist ein Beweis dafür, dass Gott alle Kreaturen makellos erschaffen hat. Es sticht ins Auge, dass jeder Mechanismus dieses Käfers nach einem bestimmten Plan angelegt ist. Der Stachel zum Bohren, die scharfen Zähne an dessen Spitze, der bewegliche Kopf, der das Bohren ermöglicht. All das kann man nicht mit „natürlicher Auslese“ erklären. Wenn er mit seinem langen Rüssel die Bohrarbeiten nicht ausführen kann, dann stellt dieser nichts weiter als einen Klotz am Bein für ihn dar und wäre nichts anderes. Daher kann man nicht behaupten, dass dieser sich „Schritt um Schritt“ entwickelt haben kann.
Die Zähne der Larve müssen stark genug sein, um die Schale der Eichel zu durchbrechen, nach dem Schlüpfen muss sie „wissen“, dass sie sich in die Erde vergraben muss um dort abzuwarten. Außerdem ist sie gezwungen, die entsprechende Geduld aufzubringen. Anderenfalls würde die Generation sterben und ausgerottet werden. Alle diese Zufälle können nicht erklärt werden und zeigen auf, dass dieses kleine Lebewesen von einem großen Verstand erschaffen worden ist.
Gott hat dieses kleine Lebewesen mitsamt seiner makellosen Organe und seiner perfekten Instinkte erschaffen. Denn er ist Der, der „perfekt erschafft“. (Die Kuh, Bakara Sure, 54)

Eine interessante Pflanze:
Der Wasserschlauch
Wie kann sich ein Lebewesen ernähren, das sich nicht fortbewegen kann, sich aber von Fleisch ernährt? Die schönste Antwort auf diese Frage können wir anhand des Beispiels einer Wasserpflanze beantworten.
Es handelt sich um eine Fleischfressende Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Utricularia. Die Fleischfressende Pflanze verfügt über drei unterschiedliche Kammern. Die erste ist rund und befindet sich an der Außenseite des Zugangs. Die beiden weiteren befinden sich jeweils an der Innenseite des Zugangs. Dadurch bildet sich eine sehr interessante Falle. Zuerst treten die Kammern auf der Außenseite in Aktion. Die Härchen auf der Textur pumpen das Wasser aus der Pflanze. So entsteht im Inneren des Wasserschlauchs eine bedeutsame Leere. Durch eine Klappe wird verhindert, dass das Meerwasser erneut eindringen kann.
Die feinen Härchen auf dieser Klappe sind extrem Bewegungsempfindlich. Wenn ein Käferchen oder ein Organismus mit ihnen in Berührung kommt, öffnen sie sich blitzschnell. Dadurch entsteht natürlich sofort eine starke Strömung ins Innere des Wasserschlauchs. Noch bevor das Opfer begreift, wie ihm passiert, schließen sich die Klappen hinter ihm, nachdem es mitsamt dem Wasserstrom eingesaugt wurde. Sofort nach diesem Ereignis, das nur eine tausendstel Sekunde dauert, wird im Inneren mit der Produktion von Verdauungssekreten begonnen.30
Jeder Wasserschlauch verfügt über eine perfekte Anordnung. Dieselben Drüsenlappen befinden sich auch auf der Innenseite der Klappen. Auch sind dort ebenso empfindliche Härchen. Wie konnte dieser Mechanismus entstehen? Wie kommt es, dass alle diese Pflanzen über dieselbe Besonderheit verfügen?
Die Anhänger der Evolutionstheorie verfechten, dass alle Eigenschaften der Lebewesen sich durch Zufall entwickelt haben. Doch dieses Konzept weist auf eine einzige Wahrheit hin: Das gesamte Konzept, auf dem der Körper eines Lebewesens beruht, ist plötzlich entstanden. Es ist er erhabene Gott, der alle Lebewesen mitsamt ihren Eigenschaften erschaffen hat.

Das spezielle Heizsystem der Haifische
Der Weiße Hai verfolgt seine Beute mit den Augen und fasst sie dann. Haie können sich leicht zwischen den heißen Korallenfelsen bewegen. Leicht machen sie ihre Beute aus. Doch im kühlen Ozean wird die Sehschärfe des Weißen Hais beeinträchtigt.
Im Gegensatz zur Normalbedingung verlangsamt im kalten Gewässer eine chemische Reaktion die Bewegung und es ist schwieriger, die Augen beim Verfolgen der Beute schnell zu bewegen. Doch der Haifisch kennt dieses Problem nicht. Denn die Augen des Hais sind nicht kaltblütig, wie der Rest des Fisches. Der Fisch leitet die gesamte Wärme aus den Muskeln des Körpers in die Augen weiter. So kann er selbst die schnellsten Fische, sogar Robben, leicht fangen.31
Wie aber jagen die anderen Haifischarten, die nicht über so scharfe Augen verfügen, die ihnen das Verfolgen von Bewegungen im Wasser ermöglichen?
Die Antwort auf diese Frage zeigt uns der Haifisch selbst.

Haifische, die Elektrizität spüren
Alle Lebewesen sondern neben Wärme auch Elektrizität ab. Ein Lebewesen, das auf dem Land lebt, wird diese kaum bemerken, da die Luft eine gute Isolation darstellt. Doch unter Wasser ist das anders. Wasser ist ein natürlicher Leiter und die Elektrizität wird weitergegeben. Daher hat ein Lebewesen, welches diese Elektrizität spüren kann, einen hoch effektiven Sinn. Und auch der Haifisch verfügt über diesen großen Vorteil. Und zwar so weitgehend, dass er jedes Zittern, jede Veränderung in der Wassertemperatur oder des Salzgehaltes des Wassers und auch die elektrische Strömung, die durch die Bewegung anderer Lebewesen entsteht, wahrnehmen kann.
Auf dem Körper des Haifisches befinden sich viele Rinnen, die mit einer Art Gel gefüllt sind. Wenngleich die meisten in der Nähe des Kopfes angelegt sind, hat er sie doch über den gesamten Körper verteilt. Dieses spezielle Organ wird als „Lorenzische Ampullen“ bezeichnet und ist perfekt für die Wahrnehmung von Elektrizität. Haie und Rochen verwenden diesen Sinn für die Jagd. Dies Organ ist mit den Poren am Kopf des Tieres verbunden. Und diese Elektrorezeptoren sind hoch empfindlich. Der Haifisch spürt in einer Strömung ein Volt im Verhältnis von eins zu 20 Milliarden.
Das ist eine gewaltige Kraft. Denken wir mal an alle Taschenbatterien auf der Welt. Wenn wir zwei dieser 1,5 Volt Batterien in 3000 km Entfernung zueinander aufstellen würden, würde der Hai die Spannung zwischen ihnen spüren.33
Alle Informationen, die wir bisher gesehen haben, verraten uns, dass der Haifisch über ein höchst außergewöhnliches und komplexes System verfügt. Die meisten Systeme und Organe dieses Fisches stehen miteinander in Verbindung. Wenn eines fehlt, kann das andere seine Aufgabe nicht erfüllen. Wenn beispielsweise beim Wahrnehmungssystem für Elektrizität ein einziges Teilchen fehlen würde oder beschädigt wäre, dann könnten auch die Lorenzischen Ampullen nichts bewirken.
Doch trotz dieser offensichtlichen Tatsache behauptet die Evolutionstheorie, dass die ersten, also die „Urhaifische“ nicht über das Wahrnehmungssystem für Elektrizität verfügt hätten und dieses wunderbare System mit der Zeit entwickelt hätten. Doch es würde der Logik widersprechen, dem zuzustimmen. Denn der Haifisch könnte ohne dieses System nicht überleben. Es ist auch offensichtlich, dass sich ein solches System nicht über einen Zeitraum entwickeln kann. Wenn die Wärme der Körpermuskeln ans Auge weitergeleitet wird oder ein System für die Wahrnehmung von elektrischen Strömungen entsteht, so muss das als gesamtes und spontan geschehen.
Es ist daher unmöglich, dass sich dieses System, wie die Evolutionisten behaupten, „Schritt für Schritt“ entwickelt haben kann. Keine der Zwischenstufen hätte seinen Zweck erfüllt. Letztendlich wird dies auch durch Fossilienfunde untermauert. Es gibt keinerlei Unterschied zwischen den Fossilien eines Haifisches, der vor Millionen von Jahren gelebt hat und heute.
Die Lorenzischen Ampullen sind nur eine Besonderheit, welche die Haifische auszeichnet. Auch das Atmungssystem, die Magnetkraftwahrnehmung um den Weg zu finden oder die Fähigkeit schnell zu schwimmen sind einzeln für sich bereits Wunder der Schöpfung. So wie alle anderen Lebewesen auch, hat Gott auch den Haifisch perfekt erschaffen.
Informationen wie diese sind eine Mittel, um über die Schönheit von Gottes Schöpfung nachzudenken. Für den denkenden Menschen sind die Tiere ein großartiges Beispiel. Gott verkündet uns diese Wahrheit in einem Vers:

Und Gott sendet vom Himmel Wasser hinab und belebt damit die Erde nach ihrem Absterben. Siehe, darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die zuhören. Seht, am Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir geben euch von dem zu trinken, was zwischen Kot und Blut in ihren Leibern ist, reine Milch, köstlich zum Trinken. (Sure an-Nahl, 65-66)

Eine Motte mit zwei Gramm Gewicht
imitiert 150 t Kriegstechnologie
Flugzeuge des Typs AWACS, die von modernen Armeen verwendet werden, können den Moment und die Richtung eines Angriffs vorab bestimmen. Für die Entwicklung des AXWACS wurden Millionen Dollar ausgegeben und hunderte Wissenschaftler und Ingenieure haben gemeinsam daran gearbeitet. Auf den Flugzeugen befindet sich ein riesiger Radar und mit Hilfe eines komplizierten Computersystems kann es die Aktivitäten seiner Feinde aus der Ferne beobachten.
Ein Lebewesen in der Natur verfügt sein Leben lang über eine Fähigkeit, die sich mit der des AWACS vergleichen lässt. Es handelt sich um eine 2-2,5 cm lange Motte, die nur einige Gramm wiegt.
Manche Motten sind genau wie der AWACS mit einem „Frühwarnsystem“ ausgestattet. Dank der Ohren unterhalb ihrer Flügel können sie die Schallwellen eines möglichen Feindes bereits aus 100 m Entfernung hören. So können sie die Koordinaten eines Feindes und einen möglichen Angriff gegen sich feststellen, noch bevor dieser begonnen hat.
Einerseits ein AWACS, mit 150 Tonnen Gewicht, einer Spannweite von 40 m und einer Länge von 44 Metern, andererseits eine kleine Motte, die ein Paar Gramm wiegt, eine Spannweite von 2,5 cm und eine Länge von 2 cm hat.
Beide haben dieselbe technische Besonderheit. Während de AWACS für seinen Flug 9,5 Tonnen Flugzeugbenzin verbraucht, reichen der Motte ein paar Gramm Nektar… Während der AWACS für seinen Radar und sein Computersystem meterlange Kabel benötigt, reichen der Motte für ihr hervorragendes Wahrnehmungssystem zwei kurze Nervenfasern.
Dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse des Menschen über Jahrhunderte hinweg, ist es ihm gelungen letztendlich ein Frühwarnsystem zu errichten, das in ein tonnenschweres Flugzeug passt. Dasselbe passt auch unter den Flügel einer federleichten Motte und ist nicht größer als ein Streichholzkopf.
Die Motte verfügt über ein so wunderbares System, welches Perfekt in ihrem winzigen Körper geschaffen ist, das der Mensch auch wenn er alle seine Mittel mobil macht, Schwierigkeiten hat dies nachzubauen. Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist der Herr über das Universum und Herrscher darüber. Die Eigenschaft unseres Herrschers als Besitzer aller Reichtümer wird in einem Vers folgendermaßen beschrieben:
Erhaben ist Gott, der wahre König! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Herrn des edlen Thrones. (Sure al-Mu’minun, 116)

Die Anordnung im Ohr einer Fliege
erinnert an ein Hörgerät
Eine Fliegenart namens Ormia Ochrecea legt ihre Eier auf dem Körper einer Grille ab, damit sich die geschlüpften Larven von dem Wirtstier ernähren können. Es ist nicht einfach, mitten im Wald eine Grille auszumachen. Doch die Ormiafliege kann sie dank ihrer speziell entworfenen empfindlichen Ohren leicht ausmachen.
Das menschliche Gehirn verwendet dieselbe Methode, um ein Geräusch zu lokalisieren. Dafür reicht es aus, dass ein bestimmtes Geräusch zuerst das nahe gelegene Ohr erreicht, dann das weiter entfernte. Das Gehirn berechnet aus dem Unterschied von ein paar Millisekunden, mit dem das Geräusch die Ohren erreicht, die Stelle, von der das Geräusch stammt. Der Mensch kann diese Berechnung innerhalb von 10 Millisekunden anstellen. Doch die Ormiafliege stellt mit ihrem gerade mal Stecknadelkopfgroßen Gehirn dieselbe Berechnung 1.000 Mal schneller auf.34
Die Gestaltung der Natur ist für den Menschen immer eine nicht enden wollende Quelle der Inspiration. Die Produkte der modernen Technologie kopieren häufig die Gestaltung der Natur. Ohne Frage erleichtert es den Erfindern ihre Arbeit, wenn sie Systeme kopieren, die seit Millionen von Jahren perfekt arbeiten. Auch die Gestaltung des Fliegenohrs dient als Vorlage und ist heute unter dem Namen Ormiafon bei der Herstellung von Hörgeräten ein Vorbild.
Solche Gestaltungen, die der Mensch höchstens kopieren kann, zeigen die beispiellose Schöpfungskraft Gottes.

Eine Lösungsvorschlag der Schmetterlinge
gegen das Aufheizen von Computerchips
Der Schmetterling verfügt nicht nur über perfekt geschaffene Flügel, diese gleichen auch einem Wunder. Forschungsarbeiten der Tufts Universität in den USA haben ergeben, dass der Schmetterlingsflügel über ein besonderes Kühlungssystem verfügt. Weil Schmetterlinge Kaltblütler sind, müssen sie ihre Körpertemperatur beständig kontrollieren. Das stellt ein großes Problem dar. Denn während des Fluges, erhitzen sich die Flügel stark. Die Lösung besteht darin, dass das Blut durch eine hauchdünne Filmschicht geleitet wird. Die überschüssige Wärme, die im Inneren des Körper entstanden ist, wird durch die Blutzirkulation in den dünnen Adern nach draußen befördert.
Man hat dieses spezielle Kühlungssystem der Schmetterlingsflügel mit der Kühlung von Computerchips verglichen und festgestellt, dass die Schmetterlinge sehr viel effektiver sind.
Das Hitzeproblem hat sich mit der Weiterentwicklung der Computerchips verschärft. Die leistungsfähigeren Chips heizen sich auch schneller auf. Die Ableitung der Wärme war eines der Hauptprobleme bei der Herstellung. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll nun eine Technologie angewendet werden können, die sich an der Kühlung der Schmetterlingsflügel orientiert.
Wissenschaftler lassen sich an den Beispielen in der Natur für ihre Entwürfe inspirieren. Kurz gesagt, die unvergleichlichen Systeme im Tierreich sind wegweisend für die Entwicklung neuer Technologien und beim finden neuer Lösungen.

Der lautlose Flug der Eule
ist das neue Ziel der Konstrukteure
Während der Forschungsarbeiten der Amerikanischen Luftwaffe zum Projekt „Geisterflug“ ist die unvergleichliche Gestaltung der Eulenflügel entdeckt worden.
Eulen können sich in der Stille der Nacht ihrer Beute nähern, ohne bemerkt zu werden. Diesen Vorteil erhalten sie aufgrund der besonderen Anordnung ihrer Flügel. Die Enden der Federn der übrigen Vogelarten sind an den Rändern spitz. Die Federn der Eule hingegen sind ganz im Gegenteil fein aber nicht spitz. Dadurch ist der Vogel während seiner nächtlichen Flüge auf Beutjagd absolut lautlos.
Einer Erklärung der Wissenschaftler des Langley Forschungsinstituts der NASA zufolge, verhindern die weichen Enden der Flügelspitzen Luftturbulenzen, also Geräusche. Militärentwürfe ahmen die Flügel der Eule nach und suchen dadurch nach einer Möglichkeit, dass Geisterflugzeuge noch verdeckter sind.
Die Wissenschaftler, die diese Beispiele, von denen jedes einzelne für sich genommen einen Gottesbeweis darstellt erforschen, betonen die unvergleichliche Kunst von Gottes Schöpfung.

Pflanzen, die sich selber schützen können
Einige Pflanzenarten versprühen organische chemische Stoffe, um sie sich gegen einen Angriff zu schützen. Dank dieser chemischen Stoffe werden Käfer angelockt, welche die angreifenden Raupen fressen und dadurch die Pflanze bewachen.
Die Blätter einer Tabakpflanzenart in Utah/USA werden häufig von der Manducamotte befallen. Die Tabakpflanze „analysiert“ den Speichel der Raupe, die ihre Blätter annagt und „versteht“, dass sie beschädigt wird. Sofort „schaltet“ sie ihr Verteidigungssystem „ein“ und beginnt damit, die organische chemische Substanz an den Blattspitzen zu produzieren. Dank dieses chemischen Stoffes kommt der Geocoriskäfer der Pflanze sofort zur Hilfe und frisst die Eier der Raupe auf, wodurch ein größerer Schaden verhindert wird.
So wird die Larve, die der Pflanze Schaden zufügt, durch eine Strategie und einen erhabenen Verstand vernichtet. Gut, aber
-Woher kann die Pflanze verstehen, dass sie beschädigt wird?
-Wie kann die Pflanze den Speichel der Raupe erkennen und woher kann sie wissen, dass sie sich selber schützen muss?
-Wie kann die Pflanze die spezielle chemische Substanz herstellen, die sie benötigt, um den Geocoriskäfer anzulocken, der sie beschützt?
Zweifelsohne ist es einer Pflanze nicht möglich, so eine intelligente Strategie zu entwickeln, um sich gegen ihre Feinde zu schützen.
Es ist der Herr der Welten, Gott, Der die Pflanze samt ihrer perfekten Eigenschaften geschaffen hat und ihr die Inspiration geschenkt hat, wie sie sich gegen ihre Feinde schützen kann.


Die Beweise für Gottes Existenz sind überall
So wie wir anhand der einigen wenigen Beispiele, die wir hier aufgezählt haben, sehen konnten, sind die Offenbarung von Gottes erhabener Macht und Weisheit offensichtlich. Kein Mensch mit Gewissen, der über diese Glaubensbeweise gelesen hat, könnte behaupten, dass diese von selber oder aus Zufall entstanden sind.
So wie diese Beispiele von meisterlichen Fertigkeiten und Veranlagungen, gibt es weitere Millionen weitere auf Erden und am Himmel, von den Pflanzen zu den menschlichen Zellen hin zu den Tieren. Daher kann man überall und jederzeit auf Gottesbeweise stoßen. Eigentlich wäre es richtiger zu sagen, dass wir umgeben von Gottesbeweisen leben. Gott hat in den Körpern Seiner Diener die Gottesbeweise erschaffen, auf dass sie in jedem Moment an Seine Existenz erinnert werden.
Sogar darin zeigt sich, wie groß die Sorglosigkeit ist, wenn die Menschen noch immer Leugnen und ihre Augen verblenden lassen und ihren Verstand von der Sorglosigkeit überdecken lassen. Gott informiert im Quran dazu folgendermaßen:

Sprich: "Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde her? Oder wer hat Gewalt über Gehör und Gesicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und das Tote aus dem Lebendigen? Und wer führt den Befehl?" Wahrlich, sie werden sagen: "Gott!" So sprich: "Wollt ihr Ihn dann nicht fürchten?" Dieser Gott, Das ist euer wahrer Herr. Und was anderes bliebe ohne die Wahrheit als der Irrtum? Wie könnt ihr euch dann noch immer abwenden?“ (Sure Yunus, 31-32)

Ein Mensch hingegen, der bewusst ist und Augen hat zum Sehen, wird den Beweisen Gottes niemals den Rücken zuwenden und niemals leugnen.






ZUSAMMENFASSUNG


Der Quran befielt uns über die Glaubensbeweise zu reflektieren und sich nicht dem eigenen Willen zu überlassen. Daher kommt es für den gläubigen Muslim der Andacht gleich, über die Gottesbeweise, die überall auf Erden zu finden sind, zu reflektieren.
Dank der Gottesbeweise können die Gläubigen die Existenz Gottes noch stärker spüren und Seine Eigenschaften und die Erhabenheit seiner Eigenschaften noch besser begreifen und sich darum bemühen, ihm noch näher zu sein. Durch die intensive Reflexion anhand der Gottesbeweise erkennen sie die Unendlichkeit der Weisheit Gottes. Die Ehrfurcht vor Gott steigt Zug um Zug an und die Gläubigen leben mit der Sehnsucht, jederzeit auf dieser Welt die Barmherzigkeit, das Erbarmen und das Paradies Gottes zu erfahren. Am Ende werden sie, wenn Gott dies wünscht, die Göttlichkeit Gottes erkennen und ein Leben ganz nach Seinen Wünschen führen und wenn sie diese Welt verlassen, werden ins Paradies einziehen, in Paläste unter denen Bäche fließen. Der Quran erklärt den Glaubenden die Wunder des Paradieses folgendermaßen:

Wer aber glaubt und das Rechte tut, die werden Bewohner des Paradieses sein und werden ewig darin verweilen. (Sure al-Baqara, 82)

Die Leugner hingegen verbleiben in ihrer Sorglosigkeit, die aufgrund von Gewissenlosigkeit und Unwissenheit entsteht und kehren den offensichtlichen Beweisen für die Existenz Gottes den Rücken zu. An diese Menschen richtet sich der Quran mit folgenden Worten:

Diejenigen aber, welche nicht glauben und Unsere Zeichen der Lüge zeihen, das sind die Bewohner des Feuers für immer. Und schlimm ist (das Ende) der Fahrt (dorthin). (Sure at-Taghabun, 10)

Entsprechend dieser Zeilen des Quran sollten diejenigen Gläubigen, die der Hölle zu entrinnen suchen und die endlose Schönheit des Paradieses genießen wollen, das perfekt und makellos die Gläubigen erwartet, versuchen, dem Allmächtigen nahe zu kommen und Sein Erbarmen, Seine Zuneigung und Freundschaft zu gewinnen. Daher sollte man über die Glaubensbeweise reflektieren und sich viel Wissen über die erhabenen Eigenschaften Gottes aneignen. Neben dem Lernen und Reflektieren ist es auch notwendig, die Gottesbeweise zu erklären, damit sie dem Menschen zum Glauben verhelfen und diesen vertiefen.